Bischofskonferenz-Vorsitzender Wilmer bekräftigt: "In der Kirche kein Platz für völkischen Nationalismus und menschenverachtende Parolen der AfD"
Würzburg, 26.02.2026 (KAP/KNA) Vor den Landtagswahlen in diesem Jahr haben die katholischen Bischöfe in Deutschland erneut eindringlich zum Schutz der Demokratie aufgerufen. "Wir appellieren an die Menschen in unserem Land, genau hinzuschauen und sich nicht von den vordergründig attraktiv gemeinten Klängen der AfD verführen zu lassen", sagte der neu gewählte Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Heiner Wilmer, am Donnerstag in Würzburg.
"Wehret den Anfängen", fügte der Hildesheimer Bischof zum Abschluss der Frühjahrsvollversammlung der Bischöfe hinzu. "Schützen wir unsere Demokratie." Kennzeichen der Demokratie sei es, unterschiedliche Meinungen "in gerechter und friedvoller Weise" ins Gespräch zu bringen. Deshalb müssten Räume für das Gespräch und den Austausch unterschiedlicher Positionen geschaffen werden. Die Kirche wolle dazu beitragen.
Mit Blick auf das Verhältnis der AfD zur Kirche sagte Wilmer, völkischer Nationalismus und menschenverachtende Parolen der AfD hätten in der katholischen Kirche keinen Platz. Die AfD wolle die Kirche diskreditieren. "Wir verwahren uns davor, unsere Themen gleichsam billig zu kopieren und in nationalistisches Denken und Handeln umzuwandeln."
Zu einem Verbotsverfahren gegen die AfD wollte sich der neue Bischofskonferenz-Vorsitzende auf Nachfrage von Journalisten nicht äußern. Es sei Sache der Politik und des Rechtsstaats, ob ein Parteienverbot angestrebt werde. Die katholischen Bischöfe Deutschlands hatten sich 2024 in der Erklärung "Völkischer Nationalismus und Christentum sind unvereinbar" klar von der Partei distanziert. Sie sei für Christen nicht wählbar.
Während der dieswöchigen Vollversammlung hatte der Magdeburger Bischof Gerhard Feige noch einmal eindringlich vor den Inhalten gewarnt, die sich im Entwurf eines Regierungsprogramms der AfD in Sachsen-Anhalt finden. Die Umsetzung des vorgelegten Programms hätte gravierende Folgen für die Gesellschaft, so Feige. Die AfD formuliere "den Retro-Traum einer Familienidylle und imaginiere ein Feindbild, zum Beispiel die Regenbogen-Verschwörung, um die Familie zu zerstören".
Darüber hinaus wünsche sie eine Remigration ganzer Bevölkerungsgruppen, so Bischof Feige. Bezüglich der Kirchen setze die AfD gleichsam die Religionspolitik der DDR fort, markiere sie als Feinde und denunziere sie. Die Partei werde alles dafür tun, die finanziellen Grundlagen der Kirchen zu zerstören. Dazu gehöre auch das Vorhaben, die Staatsleistungen unmittelbar einzustellen.
Dass die katholischen Bischöfe mit gravierenden Folgen auch für die Kirchen rechnen, sollte die AfD nach den kommenden Landtagswahlen eine Landesregierung in Ostdeutschland stellen, verdeutlichte die Generalsekretärin der Deutschen Bischofskonferenz, Beate Gilles, bei dem Pressetermin zum Abschluss der Bischofsversammlung am Donnerstag. Wenn man sich das Wahlprogramm der Partei in Sachsen-Anhalt anschaue, könnten über Jahrhunderte geltende Verfahren im Verhältnis von Staat und Kirche in Frage gestellt werden, warnte sie.
Gilles verwies darauf, dass etwa die Staatsleistungen in Sachsen-Anhalt einen erheblichen Anteil des Haushalts der Diözese Magdeburg ausmachten. Sollte eine AfD-Regierung diese Leistungen wie angekündigt kappen, werde sich für die Diözese schon nach wenigen Monaten die Existenzfrage stellen.
Der Pressesprecher der Bischofskonferenz, Matthias Kopp, ergänzte, evangelische und katholische Kirche diskutierten in - auch gemeinsamen - Arbeitsgruppen über mögliche Konsequenzen bei einer Regierungsübernahme der AfD. Dazu zähle auch, dass man sich auf juristische Schritte vorbereite.
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