Ukrainischer Bischof Hryhorak besuchte Graz - Krautwaschl: "Der Krieg wird als lästig empfunden. Angesichts mehrerer Krisen zieht man sich zurück auf das Eigene"
Graz, 27.02.2026 (KAP) Im Hinblick auf den vierten Jahrestag des russischen Überfalls auf die Ukraine und den seither andauernden Krieg im Land hat der Grazer Bischof Wilhelm Krautwaschl das Nachlassen der Spendenbereitschaft in Österreich bedauert. "Leider ist die Bereitschaft zu spenden in Österreich gesunken. Der Krieg wird als lästig empfunden", wird Krautwaschl in einer Aussendung der Diözese Graz-Seckau am Freitag zitiert. "Angesichts mehrerer Krisen zieht man sich zurück auf das Eigene. Dabei vergessen wir, was die Menschen in der Ukraine mitmachen. Obwohl Lemberg näher bei Wien ist als Bregenz." Die Katholische Kirche in der Steiermark unterstütze die Menschen in der Ukraine weiterhin über das Welthaus, die Caritas und die VinziWerke.
Tags zuvor war Krautwaschl mit dem ukrainischen griechisch-katholischen Bischof Dmytro Hryhorak aus der westukrainischen Diözese Buchach zusammengetroffen. Dieser schilderte demnach die dramatische Situation in der Ukraine, die derzeit den härtesten Winter seit Kriegsbeginn erlebe: "12 Millionen Ukrainerinnen und Ukrainer sind auf der Flucht. Wir wissen, dass allein im Großraum Mariupol 100.000 Zivilisten getötet und viele weitere verletzt wurden", wurde Bischof Hryhorak in der Presseaussendung zitiert. Letztlich habe man jedoch keine andere Wahl, als weiterzukämpfen und den Menschen beizustehen.
Neben den hohen Opferzahlen und Verletzten sei die Abwanderung und die soziale Belastung der Familien eine enorme Belastung: "Der Krieg hat Familien zerstört, die Scheidungsrate ist sehr hoch. In manchen Pfarren ist die Bevölkerung um 30 Prozent gesunken". Umso dankbarer sei man für die Unterstützung aus dem Westen, für die Anteilnahme, die Gebete, für Spenden; auch aus der Diözese Graz-Seckau.