Nigerias Bischöfe drängen weiter auf mehr Schutz für Bevölkerung
27.02.202616:06
Nigeria/Kriminalität/Terrorismus/Religion
Katholische Bischofskonferenz unterstützt jüngste Schritte von Präsident Tinubu gegen Angriffe bewaffneter Gruppen und verstärkte Militär-Operationen gegen Terroristen, fordert aber mehr Ausrüstung für Sicherheitskräfte und bessere Strafverfolgung
Abuja, 27.02.2026 (KAP) Wegen der anhaltenden Welle von Gewalt und Entführungen im Land haben die katholischen Bischöfe in Nigeria die Regierung zu weiteren Maßnahmen für die Sicherheit der Bevölkerung aufgefordert. Die Bischofskonferenz unterstütze die im November erfolgte Ausrufung des nationalen Sicherheitsnotstands durch Präsident Bola Ahmed Tinubu und die Rekrutierung zusätzlicher Sicherheitskräfte, hieß es in einer am Donnerstag veröffentlichten Erklärung nach einer mehrtägigen Plenarversammlung der Bischöfe in Abuja. Das Militär habe die Operationen gegen Terroristen im Land verstärkt; dennoch sei Nigeria weiterhin mit Sicherheitsproblemen konfrontiert.
Weiterhin gebe es Massaker wie jüngst in den Dörfern Woro und Nuku im Bundesstaat Kwara, wo islamistische Dschihadisten nach verschiedenen Angaben bis zu 200 Menschen, sowohl Christen als auch Muslime, auf grausame Weise ermordet haben. Bewaffnete könnten nach wie vor "dreist, frei und ungehindert" agieren, so die Bischöfe. Insbesondere in Nord- und Zentralnigeria sei es zu Angriffen gekommen; viele Bauern trauten sich aus Angst nicht mehr auf ihre Felder.
Neben der Verbesserung der Geheimdienststrukturen und der technischen Ausrüstung der Sicherheitskräfte fordern die Bischöfe ein zügiges Vorgehen, um Personen, die an Aufständen, Banditenwesen oder Entführungen beteiligt sind, sowie diejenigen, die ihre Aktivitäten finanzieren und unterstützen, vor Gericht zu bringen. "Es entsteht der Eindruck, dass die Regierung mitschuldig ist, wenn es zu Verzögerungen bei der Strafverfolgung festgenommener Terroristen kommt oder wenn sogenannte reumütige Anhänger von Boko Haram und andere Kriminelle begnadigt und wieder in die Sicherheitskräfte integriert werden", so die Kirchenvertreter.
In mehreren Regionen Nigerias überfallen bewaffnete Gruppen seit Jahren Dörfer, verschleppen und töten Menschen. Neben islamistischen Attacken kommt es landesweit immer wieder zu Entführungen und Überfällen. Die USA haben zuletzt Militärberater zur Bekämpfung dschihadistischer Gruppen nach Nigeria entsandt. Eine derartige externe Hilfe sei zwar lobenswert, so die Bischöfe. Sicherheit und das Schicksal der Nation lägen aber in den Händen der Nigerianer und diese hätten auch die Mittel, um sie zu erreichen.
Neuer Konferenz-Vorsitzender gewählt
Im Rahmen ihrer Vollversammlung von 19. bis 26. Februar wählten die Mitglieder der Bischofskonferenz den Erzbischof von Kaduna, Matthew Man-Oso Ndagoso (66), zu ihrem neuen Vorsitzenden. Er löst Erzbischof Lucius Iwejuru Ugorji (74) ab.