Erzbischof Lackner: Alle Menschen haben Gerechtigkeit verdient - Bischof Scheuer: Frauenrechte zu stärken, ist Antithese zu einer Haltung der Abschottung
Salzburg/Linz, 27.02.2026 (KAP) Für den karitativen Einsatz für eine gleichberechtigte Zukunft in der Fastenzeit haben die Katholische Frauenbewegung (kfb) und Persönlichkeiten aus Kirche, Politik und Wirtschaft in der Erzdiözese Salzburg und in der Diözese Linz geworben. Im Rahmen des traditionellen Benefizsuppenessen der "Aktion Familienfasttag" steht heuer die Hilfe für indigene Frauen (Adivasi) im ostindischen Bundesstaat Jharkhand im Zentrum, die massiv von Gewalt, Armut und Ausgrenzung betroffen sind. Sowohl Erzbischof Franz Lackner als auch Bischof Manfred Scheuer erinnerten daran, dass nur gemeinsame Anstrengungen zu einer gerechteren Welt führten.
Alle Menschen verdienten Gerechtigkeit, doch nicht immer sei es leicht, die dafür notwendige Unterstützung anzunehmen, erklärte Erzbischof Lackner. "Aus meinen Kindheitstagen kenne ich die Armut, und auch die Scham, die bisweilen damit verbunden ist, Hilfe zu benötigen und - noch mehr - sie anzunehmen". Beim Helfen entstehe oft der Eindruck einer Schieflage, eines vertikalen Gefälles - "doch wenn wir nicht um unseretwillen, sondern um des Himmelreichs willen helfen, dann hebt sich diese Schieflage auf."
Landtagspräsidentin Brigitta Pallauf betonte, dass eine gleichberechtigte Teilhabe und gleiche Rechte in den Gesellschaften keine Frage des Geschlechts sein dürfe. Es bedürfe des Engagements jedes einzelnen, um allen Menschen diese Achtung und Teilhabe gegenseitig zuzugestehen. Dass es dabei auch das Engagement der Männer brauche, betonte die Vorsitzende der kfb Salzburg, Michaela Luckmann.
Vertreten waren bei der Veranstaltung im Salzburger Kapitelsaal u.a. auch Weihbischof Hansjörg Hofer, Generalvikar Harald Mattel, die Präsidentin der Katholischen Aktion Salzburg, Elisabeth Mayer, Bürgermeister Bernhard Auinger und Caritasdirektor Kurt Sonneck. Für das leibliche Wohl sorgte Habenkoch Didi Maier gemeinsam mit Schülerinnen und Schüler der Landesberufsschule Obertrum und der Höheren Lehranstalt für wirtschaftliche Berufe des Ausbildungszentrums St. Josef sowie Studierenden des "Institute of Tourism & Hotel Management" der Tourismusschulen Salzburg.
Entwicklungschancen für Frauen im Aus- und Inland
Für alle, die ihren Beitrag leisteten, "damit Menschen in anderen Ländern jene Entwicklungsmöglichkeiten bekommen, die ihnen zustehen", sprach Bischof Manfred Scheuer beim Benefizsuppenessen in Linz seinen Dank aus. Das Modellprojekt SEEDS in Indien, das durch die heurige Fastenaktion unterstützt wird, habe das Ziel, Frauen dabei zu unterstützen, ihre Rechte zu kennen, einzufordern und aktiv an gesellschaftlichen Entscheidungen teilzuhaben. Frauenrechte zu stärken, sei die Antithese zu einer Haltung der Abschottung und der Fokussierung auf das Eigene, auf die Mehrung des eigenen Profits, so der Bischof.
Auch in Österreich seien Gleichstellung und Teilhabe noch nicht vollständig erreicht, sagte Margit Schmidinger, ehrenamtliche Vorsitzende der Katholischen Frauenbewegung in Oberösterreich: Ungleiche Bezahlung, stereotype Rollenbilder und geringe Repräsentation von Frauen in Führungspositionen zeigten das deutlich. "Gerechtigkeit ist kein Zustand, sondern eine dauerhafte Aufgabe. Ob bei uns in Österreich oder im Globalen Süden - Empowerment der Frauen schafft gerechtere Lebensbedingungen für alle Menschen."
"Das Benefizsuppenessen erinnert uns daran, dass Zusammenhalt mit einfachen Gesten beginnt", betonte Landeshauptmann Thomas Stelzer. Teilen heiße hinschauen, Verantwortung übernehmen und dort helfen, wo Unterstützung dringend gebraucht werde. "Gerade Familien, die unter schwierigen Bedingungen leben, brauchen faire Chancen und Perspektiven." Unterstützt wurde das Benefizsuppenessen Schülerinnen und Schülern der Fachschule Mauerkirchen.
Die Erlöse der Benefizsuppenessen fließen in langfristige Projektpartnerschaften mit Frauenorganisationen im Globalen Süden. Heuer rückt die Aktion das Modellprojekt SEEDS (Socio Economic and Education Development Society), das indigene Frauen (Adivasi) im ostindischen Bundesstaat Jharkhand unterstützt, in den Fokus. Dieses hat das Ziel, Frauen zu stärken, damit sie ihre Rechte wahrnehmen, wirtschaftlich selbstbestimmt handeln und gesellschaftliche Verantwortung übernehmen können.
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