Besuche im Kirchenstaat deuten auf mögliche Vatikan-Vermittlung in der aktuellen Kuba-Krise
Vatikanstadt, 28.02.2026 (KAP) Papst Leo XIV. hat am Samstag Kubas Außenminister Bruno Rodríguez Parrilla in Privataudienz empfangen. Weitere Details zu der Begegnung teilte der Vatikan zunächst nicht mit. In den vergangenen Tagen war bekannt geworden, dass Mike Hammer, Geschäftsträger der US-Botschaft in Kuba, im Vatikan Gespräche geführt hatte. Vor einer Woche empfing Leo XIV. den kubanischen Bischof Silvano Pedroso Montalvo von Guantánamo-Baracoa im äußersten Südosten der Karibikinsel.
Der gebürtige US-Amerikaner Leo XIV. hatte jüngst angesichts der Kuba-Krise zum Dialog aufgerufen und eine Erklärung der kubanischen Bischöfe aufgegriffen. Die wiederum hatten vor der Gefahr eines "sozialen Chaos" gewarnt. "Kuba braucht Veränderungen - und diese werden immer dringlicher", so die Geistlichen. Zugleich erklärten sie sich bereit, zwischen den Konfliktparteien zu vermitteln.
Am Mittwoch hatte das US-Finanzministerium angekündigt, die Öl-Sanktionen, die die ohnehin schon katastrophale Versorgungslage auf Kuba weiter verschärft hatten, zu lockern. Demnach dürfen US-Firmen venezolanisches Öl an Kuba weiterverkaufen - allerdings nur an privatwirtschaftliche Unternehmen. Havanna und Washington befinden sich derzeit in Verhandlungen, US-Präsident Donald Trump brachte zuletzt jedoch auch eine "friedliche Übernahme" ins Spiel.
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Gespannte Lage zwischen Washington und Havanna: Papst Leo XIV. hat die USA und Kuba eindringlich zum Dialog aufgerufen. Er warnt vor Gewalt und schließt sich der Sorge der kubanischen Bischöfe vor sozialen Unruhen an.