Angriffe auf den Iran: Wiener Erzbischof ruft zum Gebet auf
28.02.202616:22
Österreich/Krieg/Kirche/Glaube/Konflikte
Grünwidl warnt vor weiterer Eskalation von Hass und Fanatismus durch Bomben, die "gerechten, dauerhaften Frieden" im Nahen und Mittleren Osten verhinderten
Wien, 28.02.2026 (KAP) Der Wiener Erzbischof Josef Grünwidl hat angesichts der Raketenangriffe Israels und der USA auf den Iran zum Gebet aufgerufen. "Ich bitte alle, um Frieden zu beten", schrieb er in einer Stellungnahme vom Samstag vor dem Eindruck der Ereignisse. Hass und Fanatismus seien das größte Hindernis für einen gerechten, dauerhaften Frieden im Nahen und Mittleren Osten, und diese würden durch Bomben nicht geringer, sondern drohten zu eskalieren. Die Antwort darauf sei aus christlicher Perspektive das Gebet. "Beten wir daher mit aller Kraft und Hoffnung um Wunder in den Herzen aller Verantwortlichen. Und nehmen wir die Ereignisse als ernste Mahnung, ganz konkret in unserer eigenen Umgebung friedfertig zu sein", so Grünwidl.
Israel und die USA haben am Samstag einen großangelegten Militärangriff auf Ziele im Iran gestartet. Nach Angaben beider Regierungen handelte es sich um einen Präventivschlag gegen sicherheitsrelevante Einrichtungen und führende Vertreter des Regimes. Berichten zufolge wurden dabei der iranische Verteidigungsminister sowie der Kommandant der Revolutionsgarden getötet. Die israelische Armee sprach von Angriffen auf Hunderte militärische Ziele, darunter Raketenstellungen. Teheran meldete Explosionen in mehreren Städten, darunter Teheran, Isfahan und Qom. Der Iran reagierte mit Raketen- und Drohnenangriffen auf Israel sowie auf US-Stützpunkte in Katar, Kuwait, Bahrain und den Vereinigten Arabischen Emiraten. Mehrere Staaten meldeten abgefangene Geschosse, vereinzelt gab es Tote und Verletzte.
In Israel wurde landesweit Alarm ausgelöst, der zivile Flugverkehr eingestellt und Reservisten mobilisiert. Auch in anderen Ländern der Region wurden Luftabwehrsysteme aktiviert. In Iran rief der Nationale Sicherheitsrat die Bevölkerung auf, Teheran nach Möglichkeit zu verlassen. Augenzeugen berichteten von Staus und geschlossenen Geschäften. Die USA gehen von einem mehrtägigen Einsatz aus. Präsident Donald Trump erklärte, Ziel sei es, "unmittelbare Bedrohungen" auszuschalten, während Israels Ministerpräsident Benjamin Netanyahu betonte, Iran dürfe niemals in den Besitz von Atomwaffen gelangen.
In Österreich trat nach der Eskalation ein Krisenstab im Außenministerium zusammen. Die Reisewarnungen für mehrere Staaten der Region wurden auf die höchste Stufe angehoben. Außenministerin Beate Meinl-Reisinger warnte vor einer "militärischen Eskalationsspirale" und rief zur Deeskalation sowie zur Wahrung der territorialen Unversehrtheit aller Staaten auf. Bundeskanzler Christian Stocker forderte den Schutz der Zivilbevölkerung und eine Rückkehr zur Diplomatie. Auch Vizekanzler Andreas Babler verurteilte weitere militärische Gewalt. Die Sicherheitsbehörden erhöhten den Schutz israelischer, iranischer und amerikanischer Einrichtungen in Österreich.
Die Vereinten Nationen und das Internationale Komitee vom Roten Kreuz zeigten sich tief besorgt. UN-Generalsekretär António Guterres verurteilte die Gewaltanwendung und forderte eine sofortige Einstellung der Feindseligkeiten sowie die Rückkehr an den Verhandlungstisch. Das Rote Kreuz warnte vor einer "gefährlichen Kettenreaktion" mit verheerenden Folgen für die Zivilbevölkerung und mahnte die strikte Einhaltung des humanitären Völkerrechts an.
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