Bischöfe der Golfregion rufen zu Gebet und Besonnenheit auf
01.03.202618:00
Iran/Saudi-Arabien/Krieg/Kirche
Friedensgebete und Aussetzung von Aktivitäten infolge des Militärschlags Israels und der USA auf den Iran sowie dessen Gegenschlags auf zahlreiche Staaten
Riad/Rom, 01.03.2026 (KAP) Angesichts der militärischen Eskalation zwischen den USA, Israel und dem Iran und der Tötung von Irans Machthaber Ali Chamenei haben führende katholische Geistliche in der Golfregion eindringlich zu Gebet, Umsicht und Deeskalation aufgerufen. Nach iranischen Gegenangriffen in mehreren Staaten der Region zeigten sich die Apostolischen Vikare von Nord- und Südarabien zudem um die Sicherheit ihrer Gläubigen besorgt und warnten vor einer weiteren Gewaltspirale.
Der Apostolische Vikar von Nordarabien, Bischof Aldo Berardi, erklärte am Samstag gegenüber der römischen Nachrichtenagentur Fides, man habe "alle Aktivitäten eingestellt". Er habe die Priester seines Vikariats eingeladen, sich zu einer Friedensmesse zu versammeln. "Momentan wissen wir noch nicht viel", sagte der Ordensgeistliche. In dieser Zeit der Ungewissheit rief er die Gläubigen zu Ruhe, Gebet und strikter Beachtung staatlicher Sicherheitsanweisungen auf.
Zum Vikariat Nordarabien gehören Bahrain, Kuwait, Katar und Saudi-Arabien. Zuvor hatte der Iran als Reaktion auf den gemeinsamen Militärschlag der USA und Israels Ziele in mehreren dieser Staaten angegriffen. In Bahrain wurden unter anderem Explosionen nahe dem internationalen Flughafen bei Manama gemeldet. Das Königreich ist auch Sitz der Fünften US-Flotte.
Berardi wies alle Pfarrer und Rektoren an, "mit Umsicht und Verantwortungsbewusstsein geeignete Maßnahmen zu ergreifen", um die Sicherheit der ihnen anvertrauten Gläubigen zu gewährleisten. Besonders ältere, kranke und vulnerable Menschen sollten im Blick behalten werden. Änderungen im Pfarrbetrieb würden über offizielle Kanäle bekanntgegeben. Seinen Aufruf verband der Bischof mit einem Gebet zur "Unserer Lieben Frau von Arabien", der Schutzpatronin der Region.
Ähnlich äußerte sich der Apostolische Vikar von Südarabien, Bischof Paolo Martinelli. In einer am Samstag verbreiteten Erklärung appellierte er an die Gläubigen, Ruhe zu bewahren und die Anweisungen der Behörden sorgfältig zu befolgen. "Vor allem ist es jetzt wichtig, dass wir im Gebet für den Frieden vereint bleiben", betonte er. Er rief dazu auf, täglich den Rosenkranz für Frieden und Versöhnung zu beten und in allen Heiligen Messen besonders für Sicherheit und Stabilität in der Region zu bitten.
Das Apostolische Vikariat Südarabien umfasst die Vereinigten Arabischen Emirate, Oman und Jemen. In den Golfstaaten lebt eine große Zahl katholischer Arbeitsmigranten, insbesondere aus Asien. Die kirchlichen Strukturen sind stark auf seelsorgliche Begleitung und soziale Unterstützung ausgerichtet.
Auch aus dem benachbarten Irak kamen mahnende Worte. Der chaldäisch-katholische Erzbischof von Erbil, Bashar Warda, warnte vor den langfristigen Folgen einer erneuten militärischen Eskalation. Die Menschen im Nahen Osten trügen noch immer die seelischen und wirtschaftlichen Wunden früherer Kriege. "Der Nahe Osten braucht keinen weiteren Krieg", betonte er. Jede neue Eskalation reiße alte Verletzungen wieder auf.