Dachorganisation von 57 islamischen Ländern widerspricht Darstellung einer von Irans Präsident Peseschkian behaupteten "Kriegserklärung an Muslime" durch die USA und Israel - Jüdische Verbände feiern Tod Chameneis
Riad/Washington, 01.03.2026 (KAP/KNA) Ungeachtet der Darstellung von Irans Präsident Massud Peseschkian, die Tötung von Ajatollah Ali Chamenei durch die USA und Israel sei eine "Kriegserklärung an Muslime", hat der Weltverband 57 islamischer Staaten ein Ende der Eskalation und die Rückkehr an den Verhandlungstisch gefordert. In einer am Samstagabend verbreiteten Erklärung verurteilte die Organisation für Islamische Zusammenarbeit (OIC) in Riad die Angriffe Irans auf benachbarte Mitgliedstaaten und forderte ein sofortiges Ende der Eskalation und die Rückkehr an den Verhandlungstisch.
Das OIC-Generalsekretariat sprach mit Blick auf iranische Luftangriffe auf Ziele in Saudi-Arabien, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Jordanien, Bahrain, Kuwait und Katar von einer inakzeptablen Aggression. Diese bedrohe die Stabilität der gesamten Region und habe schwerwiegende Folgen für Frieden und Sicherheit. Die Verletzung der Souveränität von OIC-Mitgliedern und grundlegender Prinzipien des Völkerrechts stelle einen gefährlichen Präzedenzfall dar. Gefordert wurden gegenseitiger Respekt und Nichteinmischung in innere Angelegenheiten.
Jüdische Vertreter: Parallelen zu Buch Esther
Führende jüdische Organisationen in den USA feierten den Militärschlag der USA indes unverhohlen. Vertreter der Orthodox Union sowie der Republican Jewish Coalition begrüßten die Tötung Chameneis ausdrücklich und zogen Parallelen zur biblischen Erzählung des Esther-Buchs, das im Zentrum des Purim-Festes steht. Dieses erinnert an die Rettung der Juden im persischen Reich vor der Vernichtung durch den Hofbeamten Haman.
In Stellungnahmen war von der Beseitigung einer "modernen Bedrohung aus dem Land Hamans" die Rede. Das iranische Regime verbreite seit Jahrzehnten Tod und Zerstörung; insbesondere das Streben nach Atomwaffen sei nicht hinnehmbar. US-Präsident Donald Trump wurde für seine Entscheidung ausdrücklich gelobt, ebenso die amerikanischen Streitkräfte. Die Republican Jewish Coalition sprach davon, der "moderne Haman" sei ein für alle Mal eliminiert worden. Zugleich wurde der frühere Präsident Barack Obama kritisiert, er habe das iranische Volk der "Barbarei der Mullahs" überlassen.
Auch das American Jewish Committee (AJC), die bedeutendste jüdische Interessenvertretung in den USA, stellte sich hinter das militärische Vorgehen. In einer Erklärung war von "gezielten Militäraktionen" die Rede, die darauf abzielten, die "weltweite Terrorkampagne des iranischen Regimes zu stoppen". Die Welt werde sicherer sein, wenn die Bedrohung durch die Nuklear- und Raketenprogramme Teherans sowie durch die iranischen Revolutionsgarden dauerhaft beseitigt sei.
Das AJC machte die iranische Führung für die Krise verantwortlich. Seit Jahrzehnten verfolge das Regime eine Politik, die die Interessen der USA bedrohe, Israel und arabische Partner gefährde, den Nahen Osten destabilisiere und die globale Sicherheit untergrabe. Die aktuellen Militäraktionen seien die Folge jahrelanger Eskalation, Täuschung und der Weigerung Teherans, internationalen Verpflichtungen nachzukommen - einschließlich jüngster ergebnisloser Verhandlungen in Genf.
Zugleich verwies die Organisation auf die brutale Unterdrückung der eigenen Bevölkerung während monatelanger Proteste. Man stehe in unerschütterlicher Solidarität mit dem iranischen Volk in seinem Wunsch nach Freiheit, hieß es.
Hoffnung auf "Ende religiöser Tyrannei"
Auch in Europa reagierten jüdische Organisationen mit Genugtuung auf die Tötung von Ajatollah Ali Chamenei und verwiesen auf das jüdische Purim-Fest, das am Montag beginnt. "In einem Moment, der an die biblische Geschichte von Purim erinnert - als sich das Blatt gegen jene wendete, die die Vernichtung der Juden planten -, hat ein führender Antisemit, der Auslöschung predigte und Terror exportierte, das Schicksal erlitten, das er selbst anderen zugedacht hatte", erklärte der Präsident der Konferenz der Europäischen Rabbiner, Pinchas Goldschmidt, am Sonntag in München.
"Dies ist der Moment, auf den das iranische Volk seit einem halben Jahrhundert gewartet hat", so Goldschmidt. Die Menschen im Iran verdienten Besseres als "eine mittelalterliche religiöse Tyrannei". Seit fast fünf Jahrzehnten unterdrücke die Islamische Republik Iran ihr eigenes Volk und befeuere einen Terror, der der Zerstörung Israels und dem Mord an Juden weltweit gewidmet sei, so Goldschmidt weiter.