Erstes Kriegsopfer in Israel ist Katholikin von den Philippinen
02.03.202610:45
Israel/Krieg/Tod/Christentum
In Altenpflege tätige Gastarbeiterin war während Raketenangriff mit betreuter Person auf dem Weg in den Schutzbunker
Jerusalem, 02.03.2026 (KAP/KNA) Eine katholische Altenpflegerin von den Philippinen ist erstes Opfer des iranischen Raketen-Angriffs auf Israel. Die 32-jährige Mary Ann Velasquez de Vera wurde von Explosiv-Splittern lebensgefährlich verletzt, als sie ihre Pflegeperson beim Raketenalarm in Tel Aviv zu einem Schutzbunker begleitete, diesen aber wegen deren Gehbehinderung nicht mehr erreichte; beide starben. Das wurde aus dem Patriarchatsvikariat für Migranten in Jerusalem bekannt. Velasquez, die seit 2019 in Israel arbeitete, war seither in der katholischen Gemeinde von Tel Aviv-Süd aktiv. Ihr Mann arbeitet ebenfalls in Israel.
Es sei ein beklagenswerter Kollateralschaden der Nahost-Konfrontationen, der erneut eine christliche Hilfskraft aus Südasien treffe, sagte Benediktiner-Abt Nikodemus Schnabel, der früher etliche Jahre das Migrantenvikariat des Lateinischen Patriarchats leitete und die Tote persönlich kannte. Bereits beim Zwölftagekrieg im Juni 2025 habe ein katholischer Gastarbeiter zu den ersten Opfern der Raketenangriffe gehört.
Gerade die Gastarbeiter aus Indien, den Philippinen und Sri Lanka, von denen viele Christen seien, gehörten zu den "modernen Sklaven", die in Israel wie auch in vielen Golfstaaten als Pflegekräfte oder auf Baustellen unersetzliche Arbeiten leisteten - und häufig zu den ersten Opfern von Konfrontationen gehörten, so Schnabel.
Bei den Raketenangriffen im Zuge der Gegenschläge des Irans auf Israel am Samstag und Sonntag kamen insgesamt mindestens elf Menschen ums Leben. Die Mehrheit der Opfer waren Zivilisten. In Bet Schemesch starben mindestens neun Personen, zahlreiche weitere wurden verletzt. Die israelische Luftabwehr, einschließlich des Systems Iron Dome, konnte nicht alle ankommenden Raketen abfangen.
Die Angriffe führten zu massiven Einschränkungen im Alltag: Sirenen heulten mehrfach pro Stunde, Schutzräume wurden aufgesucht, Schulen und Kindergärten blieben geschlossen, und viele Unternehmen mussten wegen der Alarmmeldungen und des Einsatzes von Reservisten vorübergehend schließen.