FAFCE-Präsident Bassi beklagt Umgehung nationalen Rechts und Widerspruch zu ursprünglicher Zielsetzung des Sozialfonds ESF+
Brüssel, 02.03.2026 (KAP) Scharfe Kritik an der Entscheidung der Europäischen Kommission, Reisen und Unterkünfte für Frauen, die einen Schwangerschaftsabbruch vornehmen lassen wollen, über den Europäischen Sozialfonds Plus (ESF+) zu finanzieren, kommt Föderation der katholischen Familienorganisationen in Europa (FAFCE). Damit werde de facto nationales Recht in Ländern wie Malta oder Polen umgangen, stellte FAFCE-Präsident Vincenzo Bassi in einer Aussendung vom Montag fest.
Die Kommission reagierte auf die Europäische Bürgerinitiative "My Voice My Choice", die EU-Mittel für sogenannten Abtreibungstourismus fordert. FAFCE bezeichnet die Initiative als politisches Druckmittel, das mit der ursprünglichen Zielsetzung des ESF+, der Förderung sozialer Inklusion, nichts zu tun habe. "Abtreibung ist keine Gesundheitsfrage, sondern ein tiefes ethisches Thema, das Mutter, Vater und Kind betrifft", heißt es in der Erklärung.
Bassi warnte, dass die Finanzierung solcher Reisen durch EU-Steuergelder "dem Geist und den Zielen der Europäischen Bürgerinitiative 'One of Us' diametral entgegengesetzt" sei, die seit 2012 von FAFCE unterstützt werde. Die Entscheidung zeige zudem eine wachsende Distanz und Gleichgültigkeit gegenüber dem, was in den EU-Institutionen in Brüssel passiert.