Erzbischof Nugent: Täglich schlimmere Situation - Langer Krieg für alle schlecht, Beendigung nur durch Diplomatie möglich
Vatikanstadt, 03.03.2026 (KAP) Als "dramatisch" hat der Botschafter des Papstes in Kuwait, Erzbischof Eugene Nugent, die Lage am Persischen Golf bezeichnet. Dem Portal Vatican News sagte Nugent, dass sich derzeit Staaten in der Region, die bislang als sichere Häfen galten, in den Krieg hineingezogen sähen. Die Lage in Kuwait werde täglich schlimmer, so der Diplomat. Neben der US-Botschaft und dem Flughafen sei auch ein US-Militärstützpunkt betroffen, wo er sonst regelmäßig Gottesdienst gefeiert habe.
Der Krieg sei überraschend gekommen. Der Aufruf des Papstes vom Sonntag für Dialog und Verhandlungen sei in dieser Situation "sehr positiv aufgenommen worden". Der erfahrene Diplomat warnte in dem Interview: "Ein langer Krieg wäre für niemanden von Vorteil und würde niemandem nützen, insbesondere in einer Region, die bereits von zahlreichen Konflikten heimgesucht wurde."
Zur Lage im benachbarten Iran bemerkte Nugent: "Wir wünschen uns einen vernünftigen Dialog aller Parteien. Im Moment ist das ziemlich schwierig, da die Lage im Iran sehr komplex ist. Es gibt viele verschiedene Fraktionen im Land, und es ist schwierig, die geopolitischen Dynamiken zu verstehen. Wir müssen alle Ebenen des Dialogs ausprobieren. Diplomatie ist der einzige Weg, um diesen Krieg zu beenden."
Nugent war im Laufe seiner Karriere unter anderem in der Türkei und im Heiligen Land, in Hongkong sowie in Haiti eingesetzt. Seit 2021 ist er Apostolischer Nuntius in Bahrain, Kuwait und Katar. Die drei kleineren Golfstaaten waren in den vergangenen Tagen Ziele von Raketenangriffen aus dem Iran von der gegenüberliegenden Seite des Persischen Golfs.
Zur aktuellen Lage der christlichen Minderheit auf der Arabischen Halbinsel erklärte der Diplomat, er stehe in täglichem Kontakt mit Bischof Aldo Berardi, dem Apostolischen Vikar von Nordarabien, und mit den Pfarrern in den drei Ländern, für die er verantwortlich ist: "Ich versuche, sie zu ermutigen und zu unterstützen. Einige Kirchen sind noch geöffnet, andere sind geschlossen, daher gibt es private Messfeiern."