Wissenschaftlerin sieht religiöse Herrschaft im Iran vor dem Aus
04.03.202613:18
Iran/Religion/Krieg
Konfliktforscherin Bazoobandi: "Die iranische Gesellschaft ist zunehmend säkular geworden"
Bonn/Kiel, 04.03.2026 (KAP/KNA) Die religiöse Herrschaft wird in der Zukunft des iranischen politischen Systems nach Ansicht von Konfliktforscherin Sara Bazoobandi keine Rolle mehr spielen. "Die iranische Gesellschaft ist zunehmend säkular geworden", sagte Bazoobandi, die in Teheran studiert hat, am Mittwoch der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). Dies liege an einem "Missbrauch der Religion durch den Staat", der zudem religiöse Praktiken im öffentlichen und privaten Leben erzwungen habe. Das wiederum habe eine massive Gegenbewegung in der Bevölkerung ausgelöst.
"Einer der Hauptgründe, warum der Kronprinz im Exil, Reza Pahlavi, in den letzten Jahren als Alternative zum Übergang weg von der Islamischen Republik an Zustimmung gewonnen hat, ist sein Versprechen, Politik und Religion zu trennen sowie Religionsfreiheit zu garantieren." Der öffentliche Diskurs der vergangenen Jahrzehnte habe sich um die Überzeugung geformt, dass Religion eine Privatangelegenheit sei, so Bazoobandi weiter. Wer gläubig ist, hat das Recht, seinen Glauben zu praktizieren - solange dies nicht die Freiheit anderer einschränkt.
Bazoobandi lehrt und forscht in Deutschland am German Institute for Global and Area Studies (GIGA) in Hamburg sowie am Institut für Sicherheitspolitik an der Universität Kiel (ISPK).