Ausstellung von 8. März bis 10. April 2026 im Linzer Wissensturm - Bilder und Texte von Frauen in Seelsorge, Bildung, Verwaltung, Caritas und Leitung
Linz, 04.03.2026 (KAP) Wie bunt und vielfältig Kirche ist und "dass ohne Frauen gar nichts geht", will das Fotoprojekt "Die Kirche ist weiblich" der Frauenkommission der Diözese Linz zeigen. Die Ausstellung im Linzer Wissensturm zeigt 49 Frauen, stellvertretend für Zehntausende, die im kirchlichen Bildungsbereich, im Ehrenamt, in der Caritas, in den Ordensgemeinschaften und in der Verwaltung arbeiten und dort als Frauen die Mehrheit stellen, heißt es auf der Website der Diözese Linz. Ziel sei, für mehr Sichtbarkeit von Frauen in Bildern zu sorgen, denn wer an die katholische Kirche denke, habe unweigerlich ein Bild von Männern im Kopf - ein Status quo, den man zu verändern sucht, so die Frauenkommission. Die Ausstellung kann vom 6. März bis 10. April bei freiem Eintritt besichtigt werden.
"Beginnend beim Papst über prächtig in Purpur gekleidete Kardinalskollegien bis zum Pfarrer im Ort - Frauen kommen in diesen Bildern, wenn überhaupt, nur am Rande vor", so der Ausgangspunkt des Projekts. Die Fotos wurden von Magdalena Welsch, Frauenbeauftragte der Diözese Linz, und Fotograf Laurenz Kaiser in ganz Oberösterreich aufgenommen, um den weiblichen Anteil des kirchlichen Lebens in Bildern festzuhalten.
Die Bilder sollen sichtbar machen, wie Frauen die Kirche prägen und tragen - in Seelsorge, Bildung, Verwaltung, Caritas und Führung, erklärte Welsch. Sie zeigen Frauen bei Feiern wie Erntedank und Maiandacht, in der Elementarpädagogik bis zu Kursen für Seniorinnen und Senioren, im ehrenamtlichen Engagement als Mesnerin, Organistin oder in der kfb-Ortsgruppe sowie in der Seelsorge in der Pfarrkirche, auf Festivals oder im Gefängnis. Dabei seien die Bilder ein "Gegenentwurf zur gefilterten Bilderflut des Social-Media-Zeitalters" und würden mit Klischees der bildlichen Darstellung von Frauen als entweder gut, geduldig und fromm oder lüstern, erotisch und gefährlich brechen.
In der Diözese Linz gibt es rund 260 hauptamtliche Seelsorgerinnen, die in Pfarren, Kliniken, Altenheimen und Jugendzentren für die Menschen da sind oder diese als Betriebsseelsorgerinnen an ihren Arbeitsstätten aufsuchen. Einzig in der Führungsebene seien Frauen noch nicht paritätisch - also zahlenmäßig mit den Männern gleichgestellt - vertreten, hieß es seitens der Frauenkommission. Die Österreichische Bischofskonferenz habe hier aber bereits Weichen gestellt: Bis 2028 will sie ein Drittel der Führungsposten im diözesanen Dienst von Frauen besetzt sehen. "Wir behalten die Entwicklung hier genau im Blick", so die Vorsitzende der Frauenkommission, Susanne Würleitner.
"Gerechte Teilhabe ist eine Grundvoraussetzung für Synodalität, für diesen neuen Umgang des Aufeinander-Hörens und Miteinander-Entscheidens in der Weltkirche. Dazu zählt, dass man die Systeme so gestaltet, dass allen Menschen Partizipation überhaupt ermöglicht wird", so Würleitner.
Wanderausstellung
Die Vernissage findet am 6. März um 18 Uhr mit einem Festvortrag von Gabriele Eder-Cakl, Direktorin des Österreichischen Pastoralinstituts, statt.
Der Bedarf an diesen Bildern sei enorm, denn sie ermöglichten Identifikation und Akzeptanz, hieß es weiter. Noch vor der Vernissage wurde die Wanderausstellung bereits aus Innsbruck angefragt, wo sie im Rahmen der "Langen Nacht der Kirchen" am 29. Mai gezeigt werden soll. Ein Best-of von knapp 600 Bildern steht über die diözesane Mediendatenbank auch externen Nutzern zur Verfügung.
Begleitet werden die Bilder von Texten in diversen Sprachen. Die abgebildeten Frauen werden ebenso zitiert wie Frauen, die in der Kirche in Österreich und in der Weltkirche eine aktive Rolle spielen, sowie herausragende christliche (Vor-)Denkerinnen von der mittelalterlichen Universalgelehrten Hildegard von Bingen bis zur evangelischen Theologin Dorothee Sölle.
Kundgebung
Zusätzlich zur Vernissage lädt die Frauenkommission ein, an der Kundgebung des "Bündnis 8. März" unter dem mehrsprachigen Motto "Enough! Basta! Genug!" teilzunehmen, an der auch kirchliche Gruppierungen und Organisationen teilnehmen. Treffpunkt ist um 14 Uhr bei der Kugelskulptur vor dem Musiktheater im Linzer Volksgarten.