Zahlreiche Diözesen mit weiblichen Führungskräften in zentralen Bereichen - Auch Ordenskonferenz erstmals unter weiblicher Leitung
Wien, 04.03.2026 (KAP) In den österreichischen Diözesen steigt der Anteil von Frauen in kirchlichen Leitungspositionen weiter an: Frauen übernehmen in österreichischen Diözesen und kirchlichen Einrichtungen immer häufiger Schlüsselpositionen in Bildung, Seelsorge, Verwaltung und Finanzen. Die Entwicklungen zeigen eine verstärkte Präsenz von Frauen in Führungsrollen auf allen Ebenen kirchlicher Organisationen. Auch die Österreichische Ordenskonferenz steht seit November 2025 erstmals unter weiblicher Führung.
Hintergrund dieser Entwicklung ist unter anderem ein Beschluss der Österreichischen Bischofskonferenz vom Herbst 2021. Darin verpflichteten sich die Bischöfe, den Anteil von Frauen in Leitungsfunktionen in diözesanen Dienststellen und Gremien binnen sieben Jahren auf zumindest ein Drittel zu erhöhen und die Förderung von Frauen strukturell zu verankern.
Schule und Bildung
Stark vertreten sind Frauen im Bildungsbereich: Frauen leiten mehrere diözesane Schulämter, etwa in Wien mit Schulamtsleiterin Andrea Pinz, die zugleich als Geschäftsführende Vorsitzende der Konferenz der Schulamtsleiterinnen und Schulamtsleiter der Österreichischen Erzdiözesen und Diözesen (SALK) fungiert. In Feldkirch steht mit Annamaria Ferchl-Blum, in Innsbruck mit Elisabeth Hammer und in Eisenstadt mit Andrea Berger-Gruber jeweils eine Frau an der Spitze des Schulamts. An kirchlichen Hochschulen stehen etwa Ulrike Greiner (KPH Wien/Krems), Sabine Weisz (PPH Burgenland) und Andrea Seel (PPH Augustinum Graz) an der Spitze.
Bildungswerke und Einrichtungen der Erwachsenenbildung leiten u.a. Martina Platter (Katholisches Bildungswerk, Diözese Graz-Seckau), Birgit Wurzer (Katholisches Bildungswerk, Diözese Gurk), Lucia Deinhofer (Erwachsenenbildung Diözese St. Pölten), Melanie Wurzer (Katholisches Bildungswerk, Diözese Linz) und Katja Eckert (Erwachsenenbildung Erzdiözese Wien). Das Grazer "Bildungsforum bei den Minoriten" leitet Kathrin Karloff. Weitere Leitungsfunktionen: Katja Pistauer-Fischer ist Geschäftsführerin der Hochschulstiftung und der Schulstiftung der Erzdiözese Wien sowie des Interdiözesanen katechetischen Fonds.
Seelsorge und Pastoral
Auch in der Pastoral übernehmen Frauen zentrale Verantwortung: Barbara Velik-Frank ist in Gurk bischöfliche Vikarin für Synodalität und Kirchenentwicklung, Elisabeth Schneider-Brandauer leitet dort das Seelsorgeamt. In Salzburg steht Lucia Greiner an der Spitze des Seelsorgeamts, in Feldkirch leitet Petra Steinmair-Pösel das Pastoralamt und in Graz-Seckau steht Anna Hollwöger dem Ressort "Seelsorge und Gesellschaft" vor. Gabriele Eder-Cakl ist seit 2023 Direktorin des Österreichischen Pastoralinstituts (ÖPI).
In Linz leiten Frauen mehrere Diözesanstellen - Irmgard Lehner ("Pfarre und Gemeinschaft") und Edeltraud Addy-Papelitzky (Personal und Qualitätssicherung) - zudem steht mit Brigitte Gruber-Aichberger eine Frau an der Spitze des Pastoralrats, dem größten Beratungsgremium des Linzer Diözesanbischofs Bischof Manfred Scheuer. In Oberösterreich ist Gabriele Hofer-Stelzhammer Präsidentin der Katholischen Aktion OÖ.
In der Erzdiözese Wien ist Martina Greiner-Lebenbauer Leiterin der Personalentwicklung. Die Priesterbegleitung liegt bei Petra Andrea Huchler. In St. Pölten steht Ramona Lovenson der Telefonseelsorge vor, in Wien ist es Antonia Keßelring. Die "Gesprächsinsel" der Orden in der Wiener Innenstadt wird von Verena Osanna geleitet. In Gurk führen mit Eva-Maria Kölbl-Perner (Krankenhausseelsorge), Marion Mörtl (Beziehung, Ehe und Familie) und Astrid Panger (Trauerpastoral und Plattform "Verwaiste Eltern") Frauen zentrale pastorale Fachstellen.
In mehreren Diözesen liegen die Stabsstellen für Prävention von Missbrauch und Gewalt in weiblicher Verantwortung: Angelika Wrienz (Diözese Gurk), Barbara Rampl (Erzdiözese Salzburg), Rebecca Gerdenitsch-Schwarz (Diözese Eisenstadt) und Sabine Ruppert (Erzdiözese Wien).
Verwaltung, Finanzen und Organisation
In mehreren Diözesen besetzen Frauen Schlüsselstellen in Verwaltung und wirtschaftlicher Leitung. Sr. Christine Nigg ist Ordinariatskanzlerin der Erzdiözese Salzburg. In Innsbruck ist seit 1. September 2025 Magdalena Bernhard Leiterin des Zentralen Dienstes Kanzlei und Recht und damit Kanzlerin der Diözese. In Wien leitet Nina Sevelda das Erzbischöfliche Sekretariat.
Finanz- und Revisionsstellen, Personalabteilungen und Kontrollorgane werden in mehreren Diözesen - darunter Salzburg, Eisenstadt, Linz, St. Pölten und Wien - von Frauen geführt: Maria Troyer (stellvertretende Direktorin im Amt für Finanzen und Wirtschaft, Erzdiözese Salzburg), Elisabeth Strauch (erzbischöfliche Revision, Erzdiözese Salzburg), Brigitte Aminger (Finanzabteilung, Diözese Eisenstadt) und Brigitte Brem (Personalabteilung, Diözese Eisenstadt). In Graz-Seckau leitet Edith Wieser die Kirchenbeitragsorganisation. Weitere Leitungsfunktionen: Maria Stamberg (Personalverrechnung, Diözese St. Pölten), Kathrin Hahn (Facility Management/Einkauf, Diözese St. Pölten), Evelyn Seewald (Buchhaltung/Pfarrfinanzen, Diözese St. Pölten), Alexandra Fürst (Kontrollstelle, Erzdiözese Wien), Angelika Stein (Wirtschaftsstelle, Erzdiözese Wien) und Sonja Leitl (Matrikenreferat, Erzdiözese Wien)
Kultur, Archive und kirchliches Erbe
Auch im Bereich Kultur und kirchliches Erbe stehen Frauen an der Spitze zentraler Einrichtungen: Rosmarie Schiestl verantwortet in Gurk das Diözesanmuseum "Schatzkammer Gurk", in Wien führen Johanna Kößler das Diözesanarchiv, Elena Holzhausen Kunst und Denkmalpflege sowie Johanna Schwanberg das Dom Museum. In St. Pölten leitet Barbara Taubinger das Museum am Dom und die Denkmalpflege. Das Archiv der Diözese Gurk wird von Veronika Polloczek geführt.
Caritas und Soziales
An der Spitze der Caritas Österreich sowie der steirischen Caritas steht Nora Tödtling-Musenbichler. Generalsekretärin der Caritas Österreich ist Anna Parr. In der Erzdiözese Salzburg steht Andrea Schmid an der Spitze der Caritas, in der Diözese Eisenstadt Melanie Balaskovics. In der Diözese Gurk ist Marion Auer-Fercher kaufmännische Geschäftsführerin der Caritas Kärnten. In der Erzdiözese Wien ist Nicole Meissner Geschäftsführerin der St. Elisabeth-Stiftung und der Mamas GmbH.
Medien und Kommunikation
Mehrere Kirchenzeitungen werden von Chefredakteurinnen geführt: Sophie Lauringer (Wien) - sie steht auch an der Spitze des Katholischen Publizistenverbands Österreichs. Sonja Planitzer wirkt als Chefredakteurin der "Kirche bunt" in St. Pölten sowie als Herausgeberin der NÖN ("Niederösterreichische Nachrichten"). Weitere Chefredakteurinnen von Kirchenzeitungen sind Katharina Grager (Steiermark), Anna-Maria Bergmann-Müller (Kärnten) und Ingrid Burgstaller (Salzburg). Auch die Kooperationsredaktion der Kirchenzeitungen ist mit Monika Slouk als Chefredakteurin in weiblicher Hand.
In Innsbruck leitet Fiona Zöhrer die Kommunikation, in Feldkirch Veronika Fehle. In der Diözese Eisenstadt leitet Anne Rothleitner-Reinisch die Hauptabteilung Diözesane Medien.
Ordenskonferenz erstmals unter weiblicher Leitung
Seit November 2025 steht mit Generalpriorin Sr. Franziska Madl erstmals eine Frau an der Spitze der Österreichischen Ordenskonferenz. Generalsekretärin ist Sr. Christine Rod. Auch die Fachbereiche werden von Frauen geleitet: Karin Mayer (Kultur und Dokumentation), Sr. Anneliese Herzig (Mission und Soziales), Marie-Theres Igrec (Bildung und Ordensschulen), Renate Magerl (Kommunikation und Medien) sowie Verena Osanna (Gesprächsinsel). Die Vereinigung von Ordensschulen Österreichs führt Martha Mikulka als Geschäftsführerin.