Bildung als grundlegendes Menschenrecht gegen Armut und Ungleichheit
Wien, 05.03.2026 (KAP) Anlässlich des Weltfrauentags (8. März) haben mehrere kirchliche Hilfswerke verstärkte Anstrengungen für Bildung und Schutz von Mädchen und jungen Frauen weltweit gefordert. Bildung sei der wirksamste Schlüssel, um Armut, Ausbeutung und Ungleichheit nachhaltig zu bekämpfen, betonten sowohl Don Bosco Mission Austria als auch die Entwicklungsorganisation Jugend Eine Welt in Aussendungen. Weltweit haben laut UNESCO rund 133 Millionen Mädchen keinen Zugang zu Bildung. Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft müssten sich entschlossen für gleiche Bildungschancen und den Schutz von Mädchen und jungen Frauen einzusetzen, so der Appell der Hilfswerke.
"Bildung ist ein grundlegendes Menschenrecht und der wirksamste Schlüssel, um Armut und Ungleichheit nachhaltig zu bekämpfen", erklärte der Geschäftsführer von Don Bosco Mission Austria, Br. Günter Mayer, in einer Aussendung. Wenn Mädchen und junge Frauen gestärkt würden, verändere das ganze Gesellschaften. Viele der betroffenen Mädchen seien ohne Schulbildung einem Leben in Armut, Abhängigkeit und Gewalt ausgesetzt.
Besonders dramatisch sei die Lage in vielen Ländern Afrikas. In Sierra Leone unterstützt das Projekt "Don Bosco Fambul" Mädchen und junge Frauen, die Opfer sexueller Ausbeutung wurden oder zur Prostitution gezwungen waren. Das Zentrum bietet Schutz, psychologische Betreuung, Schulbildung sowie berufliche Qualifizierung, um den Betroffenen neue Lebensperspektiven zu eröffnen. Auch in der Demokratische Republik Kongo engagieren sich die Salesianer Don Boscos für benachteiligte Mädchen, konkret im Mädchenschutzzentrum Maison Marguerite in Goma, das minderjährigen Müttern und ihren Babys Zuflucht und Zukunftsperspektiven bietet.
Jugend Eine Welt verwies ebenfalls auf die große Bildungsbenachteiligung von Mädchen im Globalen Süden. Besonders betroffen sei Subsahara-Afrika, wo etwa jedes fünfte Mädchen im Grundschulalter nicht zur Schule gehe, erklärte Geschäftsführer Reinhard Heiserer. Bildung bedeute für Mädchen nicht nur bessere Zukunftschancen, sondern auch Schutz vor Ausbeutung, früher Verheiratung und Perspektivlosigkeit.
Die Organisation unterstützt gemeinsam mit der Austrian Development Agency (ADA) fünf Berufsbildungszentren der Salesianer Don Boscos in Uganda und Ruanda. Dort werden insgesamt rund 4.000 Jugendliche ausgebildet, darunter etwa 1.600 Frauen. Neben klassischen Ausbildungsfeldern werden Frauen auch gezielt für technische Berufe wie Solar- oder Elektrotechnik ermutigt, die traditionell als Männerdomänen gelten.
Programme wie "Gender Matters for Green TVET" sollen zudem Gleichstellung gezielt mit der Ausbildung in nachhaltigen Berufen verbinden. Ziel sei es, jungen Frauen wirtschaftliche Selbstständigkeit zu ermöglichen und langfristig zur Gleichberechtigung beizutragen.
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