Theologe Hoping kritisiert Bischofs-Vorstoß zur Laienpredigt
05.03.202615:55
Deutschland/Kirche/Liturgie/Reformen
Freiburger Liturgiewissenschaftler hält Initiative der deutschen Bischöfe für kirchenpolitisch motiviert
Würzburg, 05.03.2026 (KAP/KNA) Das Vorhaben der deutschen Bischöfe, in Rom eine Ausnahmegenehmigung für die Predigt von Laien, also Nichtgeweihten, in der Messe zu erwirken, ist aus Sicht des Freiburger Liturgiewissenschaftlers Helmut Hoping kirchenpolitisch motiviert. "Nachdem man mit den zentralen Forderungen der Agenda des Synodalen Weges nicht durchgedrungen ist, will man am Ende wohl nicht mit leeren Händen dastehen", sagte er in einem Interview mit der katholischen Wochenzeitung "Die Tagespost" (Donnerstag).
Der Theologe schränkte ein: Es sei interessant, dass der Reformprozess "Synodaler Weg" der katholischen Kirche in Deutschland in seinem Handlungstext die Forderung nach Laienpredigt in der Messe nicht nur mit Priestermangel und Geschlechtergerechtigkeit begründet habe, sondern auch mit der Sicherung und Optimierung der Qualität der Predigt. Sollte es um die Predigt von Priestern und Diakonen schlecht bestellt sein, bestünde dringender Handlungsbedarf, so der Experte.
Mehr Predigten an Werktagen
Er zeigte sich aber nicht überzeugt davon, dass dieser Handlungsbedarf besteht. Es gebe keine Pflicht zur Predigt in einer Werktagsmesse, trotzdem gebe es sie immer öfter. Das werfe die Frage auf, warum es einem Priester in der sonntäglichen Messfeier nicht möglich sein sollte, die Predigt zu halten: "Wer in der Lage ist, der Feier der Eucharistie als Zelebrant vorzustehen, dem sollte es physisch auch möglich sein, die Schrifttexte auszulegen." Ausländische Priester mit Sprachbarrieren solle man sprachlich entsprechend schulen.
Hoping führte aus, warum die Predigt in einer Messe aus seiner Sicht geweihten Amtsträgern vorzubehalten ist: Ihr besonderer Auftrag sei es, sowohl das Wort Gottes zu verkünden und auszulegen als auch die Eucharistiefeier zu leiten. Beides sei eine Einheit; zu diesem Dienst würden Priester und Diakone geweiht.
Fakten schaffen als Strategie
Der Liturgiewissenschaftler sagte, die Mehrheit der deutschen Bischöfe setze offenbar "auf die normierende Kraft des Faktischen", indem sie betonten, die Laienpredigt sei schon vielerorts Praxis. "Diese Strategie scheint man auch bei Segensfeiern für gleichgeschlechtliche Paare zu verfolgen, obschon solche Segensfeiern durch die Erklärung 'Fiducia Supplicans' (2023) des Dikasteriums für die Glaubenslehre ausdrücklich untersagt sind, was Kardinal Fernández, Präfekt des Dikasteriums, mehrfach deutlich gemacht hat", sagte er. Bei der Einführung der Handkommunion sei die Strategie des Fakten-Schaffens in Rom aber erfolgreich gewesen.
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