Religiös vielfältigstes Land: Singapurs Präsident beim Papst
05.03.202615:55
Vatikan/Singapur/Papst/Diplomatie/Staatsoberhaupt
Leo XIV. tauschte sich mit Tharman Shanmugaratnam auch über das friedliche Zusammenleben verschiedener Kulturen und Religionen in dem Stadtstaat in Ostasien aus
Vatikanstadt, 05.03.2026 (KAP) Nach dem österreichischen Bundespräsidenten Alexander Van der Bellen hat Papst Leo XIV. am Donnerstag auch Singapurs Präsidenten Tharman Shanmugaratnam in Privataudienz empfangen. Wie der Vatikan mitteilte, traf das Staatsoberhaupt anschließend Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin und den päpstlichen Außenbeauftragten Erzbischof Paul Richard Gallagher.
Dabei habe es einen Meinungsaustausch über die internationale und regionale Lage gegeben. Weiter sei die harmonische Koexistenz der verschiedenen Kulturen und Religionen in dem kleinen Land in Ostasien, einschließlich des Beitrags der katholischen Kirche zum Gemeinwohl, gewürdigt worden.
Singapur ist laut einer Studie des renommierten Washingtoner Pew Research Center das religiös vielfältigste Land der Welt. Buddhisten machen in dem Stadtstaat 31 Prozent der Bevölkerung aus. Aber auch Menschen ohne Religionszugehörigkeit (20 Prozent), Christen (19 Prozent), Muslime (16 Prozent), Hindus (5 Prozent) und Angehörige anderer Religionen (9 Prozent) sind in erheblichem Ausmaß vertreten.
Strenge Regeln, viele Kontrollen und hohe Strafen sollen für ein friedliches Zusammenleben der verschiedenen Ethnien und Religionen sorgen. Meinungs- und Versammlungsfreiheit sind eingeschränkt, die 2019 ausgesetzte Vollstreckung der Todesstrafe wurde 2022 wieder aufgenommen.
Papstbesuch 2024
Shanmugaratnam hatte Leos XIV. Vorgänger Franziskus im September 2024 in seinem Land empfangen. Der Papst hatte in dem wohlhabenden Inselstaat um besondere Aufmerksamkeit für die Schwächsten der Gesellschaft geworben und angemessene Löhne für Gastarbeiter gefordert.
Rund 1,5 Millionen Arbeitsmigranten leben in dem 5,6-Millionen-Einwohner-Land. Knapp die Hälfte von ihnen fällt in die unteren Einkommensklassen. Menschen aus Indien, Myanmar oder Bangladesch arbeiten etwa als Haushaltshilfen oder auf Baustellen.
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