Siedlergewalt in Palästina hält im Schatten des Iran-Krieges an
05.03.202617:32
Israel/Krieg/Menschenrechte
Israelische Menschenrechtsorganisation: 50 Übergriffe in 37 palästinensischen Ortschaften seit Kriegsbeginn
Jerusalem/Würzburg, 05.03.2026 (KAP) Im Schatten des Iran-Krieges geht die Gewalt von Siedlern gegen Palästinenser im gesamten Westjordanland offenbar weiter. Das meldet die israelische Menschenrechtsorganisation "Jesch Din" ("Es gibt Recht") am Donnerstag. Seit Beginn der Raketenangriffe habe es 50 Übergriffe in 37 palästinensischen Ortschaften gegeben. Sie hätten tödliche Schießereien, körperliche Angriffe, Sachbeschädigung und Bedrohungen umfasst.
"Unter dem Deckmantel des Krieges eskaliert die Gewalt der Siedler mit dem Ziel, die Palästinenser zu vertreiben und ihr Land zu übernehmen. Die Bestrebungen der Regierung, die Palästinenser zu vertreiben, werden von gewalttätigen Siedlern vor Ort umgesetzt", so Jesch Din in einer Stellungnahme laut der "Times of Israel".
Eine andere israelische Menschenrechtsorganisation ist das Religious Freedom Data Center, das von der jüdischen Religionswissenschaftlerin Yisca Harani geleitet wird. Seit 30 Jahren sei der israelische Nationalismus stetig gewachsen, zeigte sie sich in der in der aktuellen Ausgabe der Wochenzeitung "Die Tagespost" besorgt. Seit vier Jahrzehnten erkläre sie jüdischen Diplomaten, Reiseleitern und Journalisten, was Christen und Muslime glauben. Die fanatischen Siedler im Westjordanland würden nicht zwischen Christen und Muslimen differenzieren, denn sie seien einfach anti-palästinensisch, erklärte sie, warum etwa das rein christlichen Dorf Taybeh im Westjordanland so oft angegriffen werde.
Harani sammelt und dokumentiert Hassverbrechen gegen Christen in Israel, die sie systematisch zur Anzeige bringt, auch wenn sie nie eine Antwort von Polizei und Staatsanwaltschaft erhält. 181 seien es alleine im Vorjahr gewesen, die meisten davon in Jerusalem. Weil sie als Jüdin dagegen - und gegen das Schweigen der Behörden - auftritt, werde sie von Extremisten als "auto-antisemitisch" attackiert.