Hongkonger Verleger Jimmy Lai geht nicht in Berufung
06.03.202611:15
China/Justiz/Menschenrechte
Medienunternehmer und Demokratieaktivist war im Februar zu 20 Jahren Haft verurteilt worden - Menschenrechtler und auch US-Präsident Trump hatten sich für ihn eingesetzt
Hongkong, 06.03.2026 (KAP/KNA) Der Hongkonger Medienunternehmer und Demokratieaktivist Jimmy Lai wird gegen seine Verurteilung zu 20 Jahren Haft keine Berufung einlegen. "Wir können bestätigen, dass wir klare und eindeutige Anweisung haben, keine Berufung gegen die Verurteilung oder das Strafmaß einzulegen", sagte einer von Lais Anwälten laut Katholischer Nachrichten-Agentur (KNA) am Freitag der "Hong Kong Free Press". Einen Grund für den Verzicht des 78-Jährigen auf eine Berufung nannte der Anwalt nicht.
Der Katholik Lai, Gründer der inzwischen eingestellten Zeitung "Apple Daily", war im Dezember in zwei Fällen der Verschwörung zur Zusammenarbeit mit ausländischen Kräften und in einem Fall der Verschwörung zur Veröffentlichung aufrührerischer Schriften für schuldig befunden worden. Im Februar wurde er zu einer Haftstrafe von zwei Jahrzehnten verurteilt. Das ist die bisher längste Haftstrafe auf Basis des nationalen Sicherheitsgesetzes, das China nach den Demokratieprotesten 2019 für die Sonderverwaltungszone Hongkong erlassen hatte.
Zusammen mit Lai wurden acht ehemalige Redakteure von "Apple Daily" sowie weitere Demokratieaktivisten zu Haftstrafen zwischen drei Monaten und zehn Jahren verurteilt. Zahlreiche Menschenrechtler, aber auch Politiker wie US-Präsident Donald Trump hatten sich zuvor für eine Freilassung von Lai eingesetzt.