84-Jähriger, der von 1981 bis 2012 den Kirchensprengel in Thüringen leitete, ist auch in Österreich sehr bekannt
Erfurt, 09.03.2026 (KAP/KNA) Der Gesundheitszustand des katholischen Erfurter Altbischofs Joachim Wanke ist kritisch. Wie die Diözese Erfurt am Montag mitteilte, wurde der 84-Jährige vergangene Woche in ein Krankenhaus gebracht und befindet sich nun auf der Palliativstation. Der Erfurter Diözesanbischof Ulrich Neymeyr rief zum Gebet für Wanke auf, der den Thüringer Sprengel von 1981 bis 2012 leitete und u. a. wegen seiner Übertragung der "Werke der Barmherzigkeit" auf die Gegenwart im deutschen Sprachraum weithin bekannt ist.
Wanke wurde 1941 in Breslau in Schlesien geboren und kam durch die Vertreibung mit seiner Familie nach Thüringen. 1966 empfing er durch Bischof Hugo Aufderbeck im Erfurter Dom die Priesterweihe. 1980 folgte eine Berufung als Professor für neutestamentliche Exegese am Philosophisch-Theologischen Studium in Erfurt.
Im gleichen Jahr ernannte Papst Johannes Paul II. den damals 39-jährigen Wanke zum Weihbischof in Erfurt mit dem Recht der Nachfolge. Nach dem Tod von Aufderbeck im Jänner 1981 trat Wanke dessen Nachfolge als Apostolischer Administrator in Erfurt und Meiningen an. (In der DDR gab es neben der Erzdiözese Berlin mit Meißen nur eine zweite Diözese, alle anderen Territorien gehörten formal zu westdeutschen Diözesen wie Würzburg, Fulda oder Paderborn, bildeten aber eigene "Sprengel"(Jurisdiktionsbezirke).) 1994 machte Johannes Paul II. Wanke zum Bischof der neu gegründeten Diözese Erfurt.
In seiner langen Bischofszeit wurde Wanke auch zu anderen überdiözesanen Aufgaben berufen. So war er von 1995 bis 2001 Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland (ACK), von 1998 bis 2010 leitete er die Pastoralkommission der Deutschen Bischofskonferenz. Durch unkonventionelle pastorale Angebote machte Wanke bereits vorher von sich reden - wie "Feiern der Lebenswende" im Erfurter Dom als Alternative für ungetaufte Jugendliche zur "Jugendweihe". 2012 trat Wanke aus gesundheitlichen Gründen als Diözesanbischof in den Ruhestand.