Wegen Iran-Kriegs gesperrte Klagemauer wurde gereinigt
09.03.202613:57
Israel/Religion/Brauchtum/Judentum
Regelmäßig stattfindende Entfernung von Zettel mit Bitten und Gebeten vorverlegt
Jerusalem, 09.03.2026 (KAP/KNA) In Jerusalem sind Zehntausende Zettel mit Bitten und Gebeten von der Klagemauer entfernt worden. Der Reinigungstermin durch Mitarbeiter der zuständigen Stiftung sei vorverlegt worden, sagte Rabbiner Schmuel Rabinowitz laut israelischen Medienberichten vom Montag. Grund dafür ist die Sperrung der Klagemauer wegen des Iran-Kriegs. Da der Vorplatz leer sei, ließen sich die Arbeiten derzeit ungestört durchführen. Üblicherweise findet das Ritual kurz vor dem jüdischen Pessah-Fest statt, das in diesem Jahr am 1. April gefeiert wird.
Ein zweites Mal wird die Klagemauer vor dem jüdischen Neujahrsfest gereinigt, das in diesem Jahr auf den 11. September fällt. Bei der Reinigung werden die Zettel aus der Klagemauer herausgenommen, in Säcke gepackt, in einem Depot für ausrangierte heilige Schriften zwischengelagert und schließlich auf dem Ölberg beerdigt.
Zu den Bitten sagte der Rabbiner: "In diesen Zetteln finden sich die Tränen von Müttern um ihre im Militärdienst stehenden Kinder, die Tränen der Verwundeten und die Tränen von Menschen, die Gott für die ihnen widerfahrenen Wunder danken möchten." Darunter seien auch Gebetszettel von Geiseln, die aus der Gefangenschaft befreit wurden. Weiter gebe es Zettel von Kommandeuren der US-Armee, die an der Seite israelischer Soldaten kämpften. "Es ist sehr bewegend, diese enorme Anzahl an Zetteln zu sehen", so der Rabbiner.