Innovatives und völkerverbindendes Musik- und Glaubensprojekt der Wiener "Jungen Kirche" richtet Fokus auf Freude als christliche Tugend - Start am "Laetare"-Sonntag um 15 Uhr
Wien, 09.03.2026 (KAP) Ein klangprächtiger Ausdruck der Vielfalt der Kirche und der Lebensrealität Jugendlicher in Lateinamerika ist das Musikprojekt "Laetare", das am kommenden Sonntag in der Wiener Votivkirche seinen Auftakt hat. Um 15 Uhr findet dort ein Gottesdienst statt, musikalisch gestaltet von Musikerinnen und Musikern aus Lateinamerika und Österreich und zelebriert von Weihbischof Franz Scharl, als erster Teil eines völlig neuartigen zweijährigen Programms. Veranstalter ist die Servicestelle "Junge Kirche" der Erzdiözese Wien. Initiator ist der Priester Boris Porsch. "Es ist keine klassische Benefizveranstaltung, sondern ein Projekt, das Grenzen überwindet und Menschen zusammenführt", erklärt der Jugendseelsorger gegenüber Kathpress.
Der Auftaktgottesdienst am sogenannten Laetare-Sonntag - dem "Freudesonntag" der Fastenzeit - stellt bewusst die christliche Freude in den Mittelpunkt. "Angesichts von Blasenbildung, Vereinsamung und politischen Spannungen brauchen wir heute alle einen Laetare-Sonntag - um uns zu erinnern, dass Jesus Frieden und Freude schenkt, die wir uns selbst nicht geben können", sagte Porsch. Musikalisch wirken in der Votivkirche der auf geistliche und moderne Lieder spezialisierte Chor "Voix et Boys Célestes", eine Live-Band und ein Ensemble der spanischsprachigen Gemeinde Wiens mit, wobei sich brasilianische Rhythmen, lateinamerikanische Lieder, Gospel und klassische Kirchenmusik miteinander verbinden.
Die Idee hinter der Reihe hat ihren Ursprung jenseits des Atlantiks. Vor rund zehn Jahren nahm Porsch an einem Austauschprogramm in einer Favela im brasilianischen Belo Horizonte teil und arbeitete dort mit Jugendlichen musikalisch zusammen. "Was uns verbunden hat, war die Musik und die Freude daran", erinnert er sich. Die Begegnungen hätten ihn nachhaltig geprägt: "Es ist nicht so, dass ich nur geholfen habe - diese jungen Menschen haben auch mir eine neue Sicht auf das Leben geschenkt." Aus dieser Erfahrung entstand der Wunsch, einen Gegenbesuch zu ermöglichen und Begegnungen zwischen jungen Menschen aus Brasilien und Österreich zu schaffen.
Konkret sollen vier junge Erwachsene aus Brasilien, die Porsch damals kennengelernt hat, im Jahr 2027 mit ihren Familien nach Österreich eingeladen werden. "Ich möchte ihnen die Erfahrung eines Kulturaustauschs ermöglichen - so wie sie mich damals offen aufgenommen haben", sagt der Priester. Geplant sind Begegnungen mit österreichischen Jugendlichen, gemeinsame musikalische Projekte und Einblicke in Ausbildung und Arbeitswelt. "Wenn junge Menschen erleben, dass sie gemeinsam etwas auf die Beine stellen können, hat das oft einen enormen Einfluss auf ihren Lebensweg", betont Porsch, der bereits auf eine von ihm erfolgreich organisierte Austauschreise zurückblicken kann.
Fortgesetzt wird das Projekt nach dem Auftakt in der Votivkirche mit weiteren Veranstaltungen. Am 29. Mai findet im Rahmen der "Langen Nacht der Kirchen" in der Pfarre Wien-Dornbach eine "Noite Latinamericana" mit Musik, Salsa- und Sambatanz, Ausstellung und Film statt. Am 26. Juni folgt ein Gebetsabend in der Schafbergkapelle. Die Reihe soll Menschen aus verschiedenen Pfarren, Kulturen und Altersgruppen zusammenbringen und gleichzeitig auf die Lebensrealität junger Menschen in Lateinamerika aufmerksam machen.
Im Zentrum steht auch bei den weiteren Programmpunkten "Laetare". "Diese Freude, die Gott schenkt, gibt konkrete Kraft - etwa zu vergeben, sich für andere einzusetzen oder Verantwortung zu übernehmen", so Porsch dazu. Musik sei dabei eine besonders starke Brücke zwischen Menschen und Kulturen: "Sie lässt uns über Grenzen hinweg spüren, dass wir zusammengehören." Gelungen sei das Projekt letztlich dann, so der Initiator, "wenn Begegnungen entstehen, die über einen Abend hinausreichen und Menschen wirklich miteinander verbinden". (Infos: www.laetare.at)