Jugendliche stellen Leidensgeschichte Jesu am 25. März in Wiener Filialkirche St. Markus nach - Auch Aufführungen im niederösterreichischen Kirchbach und Rappottenstein
Wien/St. Pölten, 10.03.2026 (KAP) Neben den großen Passionsspielen - etwa in St. Margarethen im Burgenland, die heuer ihr Jubiläum feiern, sowie in Feldkirchen bei Graz - werden in Österreich auch in mehreren Pfarren Passionsspiele aufgeführt. Häufig werden sie von Pfarrmitgliedern und Jugendgruppen in der Karwoche gestaltet. In der Pfarre St. Markus in Wien-Floridsdorf übernehmen rund 50 Firmlinge, Kinder und Jugendliche die Gestaltung und Aufführung des Passionsspiels. In den niederösterreichischen Pfarrgemeinden Kirchbach und Rappottenstein wird die Leidensgeschichte Jesu mit Texten aus der Bibel und der "Bibel in Reimen" von Thomas Brezina von 60 Laien vom Kindes- bis zum Seniorenalter dargestellt. Beide Aufführungen schließen auch die Auferstehungsszene ein.
In der Pfarre St. Markus wird das Passionsspiel seit 27 Jahren als Teil der Firmvorbereitung einstudiert und aufgeführt, erklärte Diakon Zlatko Saravanja im Kathpress-Interview am Dienstag. "Anders als Vorträge oder Predigten bleiben den Jugendlichen die szenische Darstellung des Neuen Testaments und ihre Rollen oft sehr viel besser in Erinnerung", so Saravanja, Ideengeber des in Wien einzigartigen Firmprojekts. Anders als in den Jahren zuvor wird die Aufführung, die auch schon in anderen Wiener Pfarren, in Niederösterreich und im Burgenland gastierte, heuer nur einmalig am 25. März um 19 Uhr in der Filialkirche St. Markus (1210 Wien, Marco-Polo-Platz 8) aufgeführt.
Für die Jugendlichen sei das Passionsspiel eine "große Bereicherung", berichtete Saravanja, der sechs Wochen mit seinen Schützlingen an dem Stück arbeitet. Die Aufführung, zu der auch Eltern, Großeltern und Freunde kommen, werde zum Familienereignis und binde zudem auch an die Pfarre. Noch immer spielten "Ehemalige" Jahr für Jahr wieder mit. "Und wenn ich manchmal zufällig meine ehemaligen Firmlinge wiedertreffe, wissen sie immer noch: Ich hab damals den Petrus gespielt. Ich war die Frau des Pilatus", so Saravanja, der auch die Textgestaltung verantwortet. Einen Vorschlag eines prominenten Besuchers hat der Diakon aber auch eingearbeitet. "Kardinal Christoph Schönborn hat mich vor ein paar Jahren dazu angeregt, das Stück mit der Auferstehung Jesu zu schließen."
Laien-Aufführung im Zeichen des Miteinander
Im niederösterreichischen Kirchbach und Rappottenstein (Bezirk Zwettl) kehrt ein traditionsreiches Schauspiel am 20. März nach zweijähriger Pause wieder auf die Bühne zurück. Die Passion Christi mit Texten aus der Bibel und der "Bibel in Reimen" von Thomas Brezina steht in den niederösterreichischen Pfarrgemeinden auf dem Programm, wie die "NÖN" berichtet. In der diesjährigen Bearbeitung werde - anders als im Jahr 2024 - auch die Auferstehung miteinbezogen. Sie zeige, dass das Leiden Jesu nicht das Ende, sondern der Weg zur Erlösung ist.
Die Idee stammt ursprünglich von einer ehemaligen Handarbeitslehrerin während eines Kuraufenthaltes im salzburgischen Vigaun. Dort besuchte sie eine Laien-Aufführung der Halleiner Passion und kehrte mit dem Wunsch zurück, die Passion auch in ihrer Heimatpfarre zu inszenieren. "Das Miteinander in allen Bereichen und Momenten des gemeinsamen Übens ist so schön und erfüllt alle Teilnehmer mit großer Freude", betonte Christa Traxler im NÖN-Interview. Die Regisseurin freut sich über die Freigabe der Texte von Thomas Brezina durch den Autor, der selbstverständlich eine Einladung zum Stück erhalten habe.
Die Passion Christi wird in Rappottenstein am 20. (9 Uhr), 21. (19.30 Uhr) und 22. März (14 Uhr) sowie in Kirchbach am 27. (9 Uhr), 28. (19.30 Uhr) und 29. März (14 Uhr) aufgeführt. In Wien-St. Markus ist die Aufführung am 25. März um 19 Uhr.
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