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Deutscher Bischof Wanke im Alter von 84 Jahren gestorben

12.03.2026 10:27
(zuletzt bearbeitet am 12.03.2026 um 12:54 Uhr)
Deutschland/Kirche/Leute/Tod/Wanke
Erfurter Altbischof war einer der prägenden Köpfe der katholischen Kirche in Ostdeutschland und auch in Österreich sehr bekannt
Erfurt, 12.03.2026 (KAP/KNA) Der Erfurter Altbischof Joachim Wanke ist tot. Er starb Donnerstagfrüh im Alter von 84 Jahren in Erfurt, wie die ostdeutsche Diözese mitteilte. Wanke stand von 1981 bis 2012 an der Spitze des Erfurter Kirchengebiets, das Papst Johannes Paul II. 1994 zur Diözese erhob. Wanke zählte zu den prägendsten katholischen Bischöfen im Osten Deutschlands und unter anderem wegen seiner Übertragung der "Werke der Barmherzigkeit" auf die Gegenwart im deutschen Sprachraum weithin bekannt. Geschätzt wurde sein theologischer Sachverstand ebenso wie sein seelsorgerisches Einfühlungsvermögen. Wanke litt seit Jahren an einer Herzschwäche. In der vergangenen Woche war er ins Katholische Krankenhaus Erfurt eingeliefert und wenige Tage später auf die Palliativstation verlegt worden.

Der Erfurter Diözesanbischof Ulrich Neymeyr würdigte seinen Vorgänger als "einen bedeutenden Bischof und Theologen, von dem wegweisende und ermutigende Impulse nicht nur für das Leben der katholischen Kirche in der Diaspora Ostdeutschlands ausgegangen sind, sondern auch für das Leben in der katholischen Kirche in Deutschland". Zur Zeit der SED-Diktatur habe seine klare Haltung mit stets wohlgewählten Worte vielen Christen Mut und Zuversicht vermittelt. Neymeyr würdigte zudem Wankes Einsatz bei den gesellschaftlichen und kirchlichen Herausforderungen, die die friedliche Revolution 1989 und die Wiedervereinigung Deutschlands mit sich brachten.

Über 30 Jahre Bischof

Wanke wurde am 4. Mai 1941 in Breslau (Schlesien) geboren und kam durch die Vertreibung im Zweiten Weltkrieg mit seiner Familie nach Thüringen, wo er in Ilmenau aufwuchs. 1966 empfing er durch Bischof Hugo Aufderbeck im Erfurter Dom die Priesterweihe.

1980 ernannte Papst Johannes Paul II. den den damals 39-Jährigen zum Weihbischof in Erfurt mit dem Recht der Nachfolge. Nach dem Tod Aufderbecks am 17. Jänner 1981 trat Wanke dessen Nachfolge als Apostolischer Administrator in Erfurt und Meiningen an. 1994 ernannte ihn Papst Johannes Paul II. zum Bischof der neu gegründeten Diözese Erfurt.

In seiner langen Bischofszeit wurde Wanke auch zu anderen überdiözesanen Aufgaben berufen. So war er von 1995 bis 2001 Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland (ACK), von 1998 bis 2010 leitete er die Pastoralkommission der Deutschen Bischofskonferenz. Durch unkonventionelle pastorale Angebote machte Wanke bereits vorher von sich reden - wie "Feiern der Lebenswende" im Erfurter Dom als Alternative für ungetaufte Jugendliche zur "Jugendweihe".

2012 trat Wanke aus gesundheitlichen Gründen als Diözesanbischof in den Ruhestand. Er blieb aber weiter ein gefragter Redner, Ratgeber und Beobachter kirchlicher und gesellschaftspolitischer Entwicklungen.

Große Anteilnahme

Thüringens Ministerpräsident Mario Voigt (CDU) und der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Heiner Wilmer, würdigten den verstorbenen Erfurter Altbischof Joachim Wanke als herausragende Persönlichkeit. Er sei ein beeindruckender Seelsorger und ein theologischer Visionär gewesen, erklärte Wilmer am Donnerstag in Bonn. Wanke sei für viele ein Vorbild gewesen, innerhalb der Kirche und außerhalb. Er habe sichtbare und lebendige Spuren im Leben der katholischen Kirche in ganz Deutschland hinterlassen.

Wilmer hob hervor: "Bischof Wanke stand für eine Kirche, die aus dem Glauben heraus handelt und sich dem christlichen Menschenbild verpflichtet sieht. Eine Kirche, die das Unrecht in der DDR benannte und gleichzeitig Perspektiven für ein Zusammenleben aufzeigte. Er war eine entscheidende Figur bei der Zusammenführung der katholischen Kirche in Deutschland nach der Wiedervereinigung."

Wegweisender Ermutiger

Ministerpräsident Voigt würdigte den Verstorbenen als großen und wegweisenden Ermutiger. Thüringen verliere eine herausragende Persönlichkeit, die weit über Landes- und Kirchengrenzen hinaus bekannt, hochgeschätzt und gefragt gewesen sei. "Viele Menschen im Freistaat Thüringen fühlen sich ihm in großer Wertschätzung und Dankbarkeit verbunden. Sein Wirken wird in unserem Land in dankbarer Erinnerung bleiben."

"Unter den Bedingungen der SED-Diktatur verstand er es auf kluge Weise, der Kirche die nötigen Freiräume zu sichern und zugleich die politische Distanz zu wahren", so Voigt. "Nach der friedlichen Revolution und der Wiedervereinigung betrieb er behutsam und entschlossen zugleich 'den Weiterbau in Freiheit', wie er es nannte." Wanke habe sich sein Leben lang für "eine humane, freiheitliche und ihre Verantwortung erkennende und wahrnehmende Gesellschaft" eingesetzt. Als Gastgeber beim Besuch von Papst Benedikt XVI. in Thüringen habe er 2011 noch einmal im Rampenlicht gestanden, bevor er im Folgejahr in den Ruhestand ging.
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