"Ein sehr humorvoller Mensch mit geistlichem Tiefgang, der sich um die Mitbrüder und das Personal sehr angenommen hat" - Große Beteiligung aus Orden, Diözese und Region bei Requiem im Stift und Beisetzung Hubls in Frauenberg
Graz, 12.03.2026 (KAP) Der Abt von Stift Admont, Gerhard Hafner, hat gegenüber Kathpress nochmals seinen kürzlich verstorbenen Vorgänger Abt em. Bruno Hubl gewürdigt. Im Stift bleibe Hubl in Erinnerung "als ein sehr humorvoller Mensch mit geistlichem Tiefgang, der sich um die Mitbrüder und das Personal sehr angenommen hat", so Hafner am Donnerstag.
Hafner verwies auf seine Predigt bei Requiem für Hubl, in der er betont hatte, das Ordens-Prinzip der "Stabilitas" - übersetzt als Treue und Beständigkeit - habe sich "wie ein roter Faden" durch Hubls Leben gezogen. "Vorgelebt hat er auch immer die Suche nach Gott, und dass den Gottesdiensten nichts anderes vorzuziehen ist." Dazu habe durchaus auch gehört, anderen Menschen beizustehen, oder sein charakteristisches "schallendes Lachen".
In seinen letzten Lebensjahren sei sein Vorgänger von einer schweren Demenzerkrankung gezeichnet gewesen, und aus dem vormals "sprudelnden Redner, Geschichtenerzähler und -wiederholer" sei eine stille Persönlichkeit geworden. Der emeritierte Abt habe im Ertragen seines Leidens "den Kreuzweg mit Jesus beschritten", deutet Hafner diese Phase Hubls, der in der langen Palliativphase hingebungsvoll von zwei Schwestern gepflegt worden war.
Unter großer Anteilnahme von Gläubigen der Region, von Angehörigen sowie des Benediktinerordens war Hubl am vergangenen Wochenende beigesetzt worden. Der Ordensmann, der das Kloster vor neun Jahren - am 18. März 2017 - nach über zwei Jahrzehnten der Leitungstätigkeit an seinen Nachfolger Gerhard Hafner übergeben hatte, fand gemäß seinem Wunsch in der Äbtegruft der Wallfahrtskirche Frauenberg bei Admont seine letzte Ruhestätte. Zuvor fand das Requiem in der Admonter Stiftskirche statt.
Beim Requiem zelebrierten neben Hafner der Grazer Weihbischof Johannes Freitag, Benediktiner-Abtpräses Johannes Perkmann, Abt Petrus Pilsinger (Seitenstetten), Erzabt Jakob Auer (Salzburg-St. Peter), Propst Markus Grasl (Reichersberg) sowie die emeritierten Äbte Berthold Heigl, Ambros Ebhart und Benedikt Plank, zudem erwiesen ihm die gesamte Mönchsgemeinschaft von Stift Admont und viele weitere Priester und Ordensleute die Ehre. Auch zahlreiche Personen des öffentlichen Lebens feierten mit, darunter der frühere steirische Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer, Admonts Altbürgermeister Günther Posch sowie der Vorstand der Grawe-Versicherung, dem Hubl zu Lebzeiten angehört hatte.
Hubl prägte über Jahrzehnte die klösterliche Gemeinschaft, die Diözese Graz-Seckau und auch die Kirche über die Landesgrenzen hinaus. Er wurde am 17. März 1947 in Kirchdorf an der Krems (OÖ) geboren. Gleich nach der Matura trat er in das Noviziat von Stift Admont ein, war Zeremoniär des Abtes und studierte in Salzburg Theologie. 1969 legte er die feierliche Profess ab und wurde 1971 in der Stiftskirche Admont zum Priester geweiht. Während seiner Kaplanszeit in Admont (1971-1983) wurde Hubl 1977 Novizenmeister und schon im Folgejahr Prior des Stiftes. Von 1982 bis 1995 war er Pfarradministrator von Selzthal.
1996 wurde Hubl als 41-Jähriger zum 67. Abt gewählt und behielt diese Funktion bis zu seiner Emeritierung 2017. Als Seelsorger wirkte er weiterhin als Pfarrer in Admont (1995-1996) und später unter anderem in St. Gallen, Altenmarkt, Unterlaussa sowie als Vikar in Frauenberg und Hall (2020-2022). Hubl engagierte sich auch außerhalb des Klosters in zahlreichen kirchlichen und wirtschaftlichen Gremien.
Neben seiner zahlreichen anderen Verdiensten war Altabt Bruno auch ein großer
Unterstützer des Einsatzes für die Einheit der Christen, insbesondere mit den Kirchen des Ostens. Mehr als 20 Jahre lang, bis zu seinem gesundheitsbedingten Ausscheiden im Jahr 2022, war Hubl Mitglied des Kuratoriums der Stiftung "Pro Oriente", die in einem Kondolenzschreiben Hubls Verdienste um die Ökumene würdigte.