Medien: Priester im Libanon womöglich durch Hisbollah-Rakete getötet
12.03.202615:26
Libanon/Israel/Krieg/Militär/Kirche
Israelische Armee macht pro-iranische Miliz für Vorfall in Dorf Qlayaa am Montag verantwortlich - Örtlicher Bürgermeister spricht von "Lügen"
Beirut, 12.03.2026 (KAP/KNA) Der bei den Kampfhandlungen im Südlibanon getötete Priester Pierre El-Rahi ist möglicherweise durch eine Hisbollah-Rakete ums Leben gekommen. Wie die libanesische Zeitung "L'Orient - Le Jour" laut Katholischer Nachrichten-Agentur (KNA) am Donnerstag meldete, ergab eine Untersuchung des israelischen Militärs, dass der Vorfall in dem Dorf Qlayaa am Montag mit einem Angriff der pro-iranischen Miliz auf Israel in Zusammenhang stand. Der Bürgermeister des Ortes sprach laut der Zeitung von "Lügen".
In früheren Darstellungen kirchlicher, auch vatikanischer Medien hieß es, der Geistliche sei durch israelischen Mörserbeschuss getötet worden, als er versucht habe, einem verletzten Dorfbewohner zu helfen. Die arabischsprachige Sprecherin der israelischen Armee, Ella Waweya, schrieb am Donnerstag in einem Social-Media-Post, es seien immer wieder Raketen der Hisbollah auf libanesischem Gebiet niedergegangen, so auch in Qlayaa. Konkrete Todesopfer erwähnte sie nicht.
Bereits 687 Tote im Libanon
Das Oberhaupt der maronitischen Kirche, Patriarch Béchara Raï, hatte am Dienstag jegliche Angriffe auf Zivilpersonen, Geistliche, religiöse Orte und zivile Ziele verurteilt. Dabei rügte er auch das Vorgehen der Hisbollah-Miliz, die einseitig beschlossen habe, sich am Krieg der USA und Israels gegen den Iran zu beteiligen. Nachdrücklich forderte er die Umsetzung des Beschlusses der libanesischen Regierung, ein Waffenmonopol gegen Milizen durchzusetzen.
Die Zahl der Todesopfer im Libanon durch die bewaffnete Auseinandersetzung zwischen Hisbollah und Israel stieg nach libanesischen Angaben vom Donnerstag unterdessen auf mindestens 687. Über 800.000 Menschen sind auf der Flucht.