Papstbotschafter in Israel beendet Dienst in gespaltenem Land
13.03.202609:15
Israel/Kirche/Diplomatie/Konflikte
Erzbischof Yllana verabschiedete sich bei Gottesdienst mit Kirchenvertretern und Diplomaten - Nachfolger Erzbischof Lingua wird in den kommenden Tagen in Jerusalem erwartet
Jerusalem, 13.03.2026 (KAP/KNA) Mit einem Gebet und der Hoffnung auf Frieden und Versöhnung hat sich der frühere Papstbotschafter im Heiligen Land, Erzbischof Adolfo Tito Yllana (78), am Donnerstag in Jerusalem verabschiedet. Er habe seinen Dienst während der Corona-Pandemie angetreten und beende ihn im Krieg, sagte er bei einem Gottesdienst vor Kirchenvertretern und Diplomaten in Jerusalem.
Im Namen der Kirche in Israel und Palästina dankte der Lateinische Patriarch, Kardinal Pierbattista Pizzaballa, dem Erzbischof, der viereinhalb Jahre lang Nuntius in Israel und Apostolischer Delegat für Jerusalem und Palästina war. Im Jänner hatte Papst Leo XIV. dessen Rücktritt angenommen und den italienischen Erzbischof und Vatikan-Diplomaten Giorgio Lingua (65) zum Nachfolger ernannt.
In einem Land, "das von Konflikten, Wunden und Missverständnissen zerrissen ist, wo die Parteien oft den Hals versteifen und die Wahrheit verschwunden zu sein scheint", habe der Botschafter geduldig Beziehungen aufbauen und den Dialog offenhalten müssen, sagte Pizzaballa in seiner Predigt. Auch sei es seine Aufgabe gewesen, dafür zu sorgen, dass die "Stimme des Evangeliums und der Vernunft nicht vom Waffengeklirr oder der Hartnäckigkeit von Vorurteilen übertönt wird". Das Land sei tragischerweise mehrfach gespalten: Neben dem zentralen israelisch-palästinensischen Konflikt bestünden "innere Spaltungen, Misstrauen, physische und spirituelle Mauern".
In dieser Lage habe der Botschafter in den vergangenen Jahren viele Zeichen des Wirkens Gottes gesehen und gefördert. "Trotz diplomatischer Spannungen zwischen dem Heiligen Stuhl und Israel, trotz schwieriger politischer Umstände, blüht die Kirche im Heiligen Land weiterhin auf." Katholische Schulen, Krankenhäuser, Pfarreien und der interreligiöse Dialog zeigten, dass das Reich Gottes wirke, so der Patriarch.
Der Nuntius sei "jener Diener, der an vorderster Front diese Realitäten schützt und fördert. Und der weiß, dass es hier keine Neutralität gibt". Denn Kirche im Heiligen Land zu sein "bedeutet Sammeln, nicht Zerstreuen. Es bedeutet, Werkzeuge der Einheit zu sein, wo die Welt Spaltung sät."
Yllana wird in seine philippinische Heimat zurückkehren. Dort will er sich laut eigenen Angaben in den Dienst seiner Diözese und ihres Ortsbischofs stellen. In den kommenden Tagen wird Yllanas Nachfolger Erzbischof Lingua in Jerusalem eintreffen und seinen Dienst antreten. In den vergangenen Tagen hatte dieser sich bei den vatikanischen Behörden und auch beim Papst persönlich letzte Instruktionen für seinen Dienst in der Krisenregion eingeholt.