Fokolar-Bewegung: Margaret Karram als Präsidentin wiedergewählt
13.03.202615:31
Italien/Kirche/Religion/Religionsdialog
Argentinischer Priester Jesús Morán neuer Co-Präsident - Mitglieder der Generalversammlung werden am 21. März von Papst Leo empfangen
Rom, 13.03.2026 (KAP) Mit mehr als zwei Dritteln der abgegebenen Stimmen hat die Generalversammlung der Fokolar-Bewegung am Donnerstag in Rom Margaret Karram für eine zweite Amtszeit (2026-2031) zur Präsidentin gewählt. Die 261 Stimmberechtigten vertreten die Fokolar-Gemeinschaften aller fünf Kontinente. Als neuer Co-Präsident wurde Roberto Almada, argentinischer katholischer Priester, gewählt; er folgt auf Jesús Morán. Die Wahlen wurden vom Dikasterium für Laien, Familie und Leben als zuständige Behörde des Heiligen Stuhls, gemäß den Bestimmungen des Allgemeinen Statuts der Fokolar-Bewegung, bestätigt, hieß es in einer Aussendung am Freitag.
In den nächsten Tagen wählt die Versammlung das neue Leitungsgremium der Fokolar-Bewegung und damit die engsten Mitarbeitenden der Präsidentin. Zudem folgen Beratungen über Änderungsvorschläge zum Statut. Am 21. März werden die Teilnehmenden sowie Beobachterinnen und Beobachter der Versammlung von Papst Leo XIV. in Privataudienz empfangen.
Die 1962 in Haifa geborene Karram ist nach der Gründerin Chiara Lubich und Maria Voce die dritte Präsidentin der Fokolar-Bewegung. Sie studierte Judaistik an der heutigen American Jewish University (AJU) in Los Angeles. Der Fokolarbewegung, für die sie in verschiedenen verantwortlichen Positionen in den USA, im Heiligen Land und zuletzt in Italien tätig war, gehört sie seit vier Jahrzehnten an. In Jerusalem, wo die Fokolar-Präsidentin lange Jahre für das dortige Generalkonsulat von Italien arbeitete, war Karram Mitglied der Bischöflichen Kommission für interreligiösen Dialog im Heiligen Land und engagierte sich im Vorstand des Interreligiösen Koordinierungsrates in Israel (ICCI). Seit 2014 war sie im internationalen Fokolar-Zentrum für Italien und Albanien sowie den Dialog zwischen kirchlichen Bewegungen und neuen katholischen Gemeinschaften verantwortlich. Im Jahr 2023 wurde sie zum Mitglied des Dikasteriums für Laien, Familie und Leben ernannt und nahm als Gast an der jüngsten Synode der katholischen Kirche teil.
Roberto Almada ist ein argentinischer katholischer Priester der Fokolar-Bewegung, Psychiater und Psychotherapeut. Er gehört u.a. zu den Initiatoren der Schule für Logotherapie in Uruguay und Paraguay; von 1999 bis 2009 war er Berater des Internationalen Zentrums der Fokolar-Bewegung in Rocca di Papa (Italien). Bis 2026 lebte er in Buenos Aires. Außerdem war er in der Jugendarbeit und im sozialen Bereich mit Migranten tätig.
Fokolarbewegung während Weltkrieg gegründet
Die Fokolarbewegung wurde 1943 in Trient von der damals 23-jährigen Chiara Lubich gegründet. Der geistlichen Aufbruchsbewegung stehen nach eigenen Angaben rund zwei Millionen Menschen in 150 Ländern nahe. Unter ihnen sind neben Katholiken auch andere Christen sowie Angehörige anderer Religionen wie dem Judentum, Islam, Buddhismus und Hinduismus, aber auch Menschen ohne religiöses Bekenntnis. Etwa 140.000 Mitglieder, darunter auch Priester und Bischöfe, gehören der Bewegung im engeren Sinn an.
Das Statut schreibt zudem vor, dass an der Spitze der Bewegung eine Frau steht. Für die 2008 verstorbene Gründerin Chiara Lubich läuft ein Seligsprechungsverfahren.
Anliegen der Fokolarbewegung ist es, aus einem Geist des Evangeliums heraus Respekt und Toleranz zwischen Menschen zu stärken und zu mehr Geschwisterlichkeit und Einheit in der Welt beizutragen. Entsprechend ist man auch stark im ökumenischen und interreligiösen Dialog engagiert. In Österreich besteht die Gemeinschaft seit über 50 Jahren und zählte zuletzt rund 1.300 Mitglieder sowie mehr als 20.000 Sympathisanten. Auch der Grazer Bischof Wilhelm Krautwaschl ist in der Bewegung geistlich beheimatet.