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Politologe Ulrich Brand (l.), KABÖ-Vors. Anna Wall-Strasser (m.) Astrid Schöggl, AK Wien (r.)
Bild Copyright: © Udo Seelhofer

Experten: Klimakrise und soziale Gerechtigkeit prägen Zukunft der Arbeit

14.03.2026 13:19
(zuletzt bearbeitet am 14.03.2026 um 13:24 Uhr)
Österreich/Gesellschaft/Kirche/Arbeit/Umwelt/Wirtschaft
"Katholische Arbeitnehmer:innenbewegung Österreich" lud zum 75-Jahr-Jubiläum zu Diskussion über "Sozialökologische Transformationen und ihre Auswirkungen auf die Arbeitswelt"
Wien, 14.03.2026 (KAP) Zur anhaltenden Suche nach Strategien für eine zukunftsträchtige Gestaltung der Arbeitswelt hat die Bundesvorsitzende der "Katholischen Arbeitnehmer:innenbewegung Österreich" (KABÖ), Anna Wall-Strasser, aufgerufen. In einem Podiumsgespräch zum 75-Jahr-Jubiläum der KABÖ verwies sie am Freitagabend im Curhaus am Wiener Stephansplatz u. a. auf die "alarmierenden" Auswirkungen der Klimakrise und eines vor allem auf Kapitalvermehrung ausgerichteten Wirtschaftssystems. Es sei dringend notwendig, zu handeln, so Wall-Strasser. Die KABÖ-Vorsitzende diskutierte zum Thema "Arbeit neu gestalten. Sozialökologische Transformationen und ihre Auswirkungen auf die Arbeitswelt" mit dem zu diesen Fragen forschenden Politologen Ulrich Brand und Astrid Schöggl von der Arbeiterkammer (AK) Wien.

Brand, Professor für internationale Politik an der Universität Wien, betonte, dass es eine anerkannte Notwendigkeit sei, dass der Ausstoß der Treibhausgase bis 2050 um 80 bis über 90 Prozent reduziert werden müsse. Aber: "Was wir erleben: Es geht in die Gegenrichtung." Der Klimawandel werde geleugnet. "Es gibt kein 'Change by Design', wir erleben ein 'Change by Disaster'", sagte der Wissenschaftler. Die "Weltzerstörer" hätten aktuell Konjunktur.

Gleichzeitig betonte Brand, dass die sozialökologische Transformation "auch ernsthaft sozial sein muss" und nicht nur die ökologische Dimension bedenken dürfe. Das leigitime Eintreten für bessere Arbeitsbedingungen hierzulande dürfe Zusammenhänge mit der globale Ausbeutung anderer Menschen nicht ausblenden. Der Politologe verwies auf u. a. auf von den Grün-Parteien im deutschsprachigen Raum vertretene Ansätze, die zwar "lobenswert" gewesen seien, aber die soziale Frage vergessen hätten. Brand: "Bei vielen Menschen kam an: 'Ich muss jetzt den Gürtel enger schnallen und die Reichen können weitermachen wie bisher."

Auch die Arbeiterkammer nenne den sozialen und ökologischen Umbau in ihrer Strategie als große Zielvorstellung, sagte Schöggl, stellvertretende Leiterin der Abteilung Klima, Umwelt und Verkehr der AK Wien. Eine Vertretung der Interessen der AK-Mitglieder inkludiere auch den Schutz von deren Lebensgrundlagen. Die AK trete für eine Demokratisierung der Produktion ein, schilderte Schöggl. Um diese Mitbestimmung tragen zu können, brauche es eine große Machtverschiebung. Die Notwendigkeit des sozialen Umbaus sei eine Machtfrage: "Es ist eine Verteilungsfrage, eine Gerechtigkeitsfrage und es ist eine, wie sich die Macht zwischen Arbeit und Kapital verteilt", so Schöggl.

Die seit 1951 bestehende "Katholische Arbeitnehmer:innenbewegung Österreich" (KABÖ) tritt für eine menschenwürdige Gestaltung der Arbeitswelt und der Gesellschaft ein. Sie ist Teil der Katholischen Aktion. (Website: www.kaboe.at)
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