Kinder würden zu "Produkten" und Frauen zu "Dienstleistern" herabgewürdigt
New York, 14.03.2026 (KAP) Der Heilige Stuhl hat vor der 70. Frauenrechtskommission der Vereinten Nationen ein weltweites Ende der Leihmutterschaft gefordert. In einer Stellungnahme warnte die Ständige Vertretung des Vatikans in New York davor, dass Technologie und Praxis die Ethik und das Recht überholt hätten. Kinder würden zu "Produkten" und Frauen zu "Dienstleistern" herabgewürdigt.
Die Sitzung, die laut Bericht des Online-Portal "Vatican News" (Samstag) gemeinsam mit Italien, der Türkei und Paraguay veranstaltet wurde, befasste sich mit Gewalt und Ausbeutung im Kontext der Leihmutterschaft. Der Heilige Stuhl betonte, dass die Praxis oft als "mitfühlende Lösung" für unerfüllte Kinderwünsche dargestellt werde, jedoch müsse der gesamte Kontext betrachtet werden, um die Würde von Frauen und Kindern zu wahren.
Der Heilige Stuhl wies darauf hin, dass ökonomische Not der Hauptgrund für Frauen sei, Leihmütter zu werden. "Es ist kein Zufall, dass Berichte über reiche und berühmte Auftraggeber üblich sind, während Berichte über wohlhabende Frauen, die als Leihmütter dienen, selten sind", hieß es in der Stellungnahme. Man müsse sich fragen, ob die Leihmutterschafts-Industrie überleben könnte, wenn die Armut ausgerottet wäre.
Die Vertreter des Vatikans kritisierten zudem den "perversen Wettbewerb", der entstehe, wenn Frauen um Auftraggeber konkurrieren. Selbst dort, wo kommerzielle Leihmutterschaft verboten sei, würden Zahlungen oft als "Geschenke" oder "Aufwandsentschädigungen" getarnt.
Ein Kind ist kein "fehlerhaftes Produkt"
Besorgniserregend sei auch die soziale Isolation der Leihmütter. Es gebe Fälle, in denen Auftraggeber Diät, Aktivität und Gesundheit der Frauen lückenlos überwachen wollten. Diese Kommerzialisierung der Schwangerschaft führe zu einer gefährlichen Fragmentierung familiärer Bindungen. "Ein Kind ist immer ein Geschenk und niemals die Grundlage eines Handelsvertrags", zitierte die Vertretung Worte von Papst Franziskus (2013-2025).
Der Heilige Stuhl schilderte besonders drastisch die Situation bei pränatalen Diagnosen von Behinderungen. In solchen Fällen werde das Kind oft als "fehlerhaftes Produkt" oder als zu lösendes Problem betrachtet, statt als Geschenk willkommen geheißen. Dies widerspreche grundlegend einer gerechten Gesellschaft, in der Kinder gedeihen können.
Diese Probleme könnten nicht durch einfache Regulierung gelöst werden. Man begrüße daher die Entscheidung der Haager Konferenz für Internationales Privatrecht, vorerst keine Konvention zur rechtlichen Elternschaft bei Leihmutterschaft zu verfolgen.
Durch Leihmutter geborene Aktivistin Olivia Maurel: Radikale Feministinnen und Kirche bei klarer Ablehnung von Leihmutterschaft einig - Internationales Verbot dringend notwendig
Umstrittene Praxis sei "strukturell gewaltförmig" und entmündige Frauen körperlich und rechtlich - Sonderberichterstatterin Alsalem drängt auf weltweites Verbot