Papst bezieht neue Wohnung im Apostolischen Palast
14.03.202620:16
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Mehr als zehn Monate nach dem Konklave ist die Dienstwohnung von Leo XIV. endlich fertig renoviert - Papst wird laut Zeitungsberichten im Apostolischen Palast in der Mansarden-Etage gleich unter dem Dach wohnen
Rom, 14.03.2026 (KAP) Nach mehr als zehn Monaten Wartezeit soll Papst Leo XIV. noch am Samstag mit seinen engsten Mitarbeitern in die päpstliche Wohnung im Apostolischen Palast übersiedeln. Das hat Matteo Bruni, Direktor des Presseamtes des Heiligen Stuhls, am späten Nachmittag mitgeteilt. Die päpstliche Dienstwohnung im Apostolischen Palast hoch über dem Petersplatz stand seit 2013 leer, weil Papst Franziskus (2013-2025) das vatikanische Gästehaus Santa Marta als Wohnort bevorzugte. Nach seiner Wahl am 8. Mai war Papst Leo XIV. vorläufig in seiner Kardinalswohnung im Gebäude des Glaubensdikasteriums auf der gegenüberliegenden Seite des Petersplatzes geblieben, da der päpstliche Wohnbereich im Apostolischen Palast umfassend renoviert werden musste.
Als erste hatte am Samstag die römische Tageszeitung "Il Messaggero" vom bevorstehenden Umzug des Kirchenoberhaupts berichtet. Die nun renovierte päpstliche Wohnung befindet sich in der sogenannten dritten Loggia ("Terza Loggia") des Apostolischen Palastes. Sie umfasst Räume auf mehreren Ebenen, darunter das private Arbeitszimmer, von dem aus der Papst immer sonntags über ein geöffnetes Fenster den Angelus mit den Gläubigen auf dem Petersplatz betet, die Bibliothek und eine kleine Kapelle.
Schon vor einigen Wochen hatte die Zeitung "La Repubblica" berichtet, dass Leos persönliches Schlaf- und Badezimmer im Dachgeschoß direkt über der traditionellen Papstwohnung eingerichtet worden seien. Dort wohnten früher die engsten Mitarbeiter des jeweiligen Papstes. Die von außen kaum sichtbaren, kleineren Fenster dieser Mansarde liegen direkt über den Rahmen der großen Fenster des darunterliegenden Stockwerks mit dem historischen Papst-Appartement, wo sich u. a. das Arbeitszimmer befindet.
Auch "Il Messaggero" meldete nun, dass Leo XIV. in der Mansarde gleich unter dem Dach wohnen werde. Mitbewohner des Kirchenoberhaupts werden demnach die beiden Privatsekretäre Marco Billeri und Edgard Ivan Rimacuya sein. Einige Ordensfrauen würden sich voraussichtlich um den Haushalt kümmern. Zu den Neuerungen in diesem Bereich der päpstlichen Wohnung gehöre auch ein Raum mit Fitnessgeräten.
Die mit Ausnahme von Franziskus von allen Päpsten seit Pius X. (1903-1914) bewohnten Räumlichkeiten befanden sich laut dem Zeitungsbericht in einem heruntergekommenen Zustand, mit Schimmel und erheblichen Wasserschäden. Die Restaurierungsarbeiten seien auch deshalb kompliziert gewesen, weil es sich um einen Renaissancepalast handelt. Zudem habe man die völlig veralteten Wasser- und Elektroleitungen austauschen müssen. Geleitet und überwacht habe die Arbeiten Schwester Raffaela Petrini, die Regierungschefin des Vatikanstaats.
Der Apostolische Palast im Vatikan ist einer von drei historischen Amtssitzen der Päpste in Rom und seit dem Untergang des Kirchenstaates 1870, der einzige noch regelmäßig von ihnen genutzte. Das imposante vierstöckige Gebäude aus dem frühen 16. Jahrhundert dominiert die Nordseite des Petersplatzes.
Außer der Wohnung des Papstes beherbergen die mehr als tausend Räume des vierflügeligen Apostolischen Palastes zahlreiche Repräsentations- und Arbeitszimmer. Auch das vatikanische Staatssekretariat, die faktische Machtzentrale der römischen Kurie, hat dort seinen Sitz. Die vier Flügel des Palastes sind um den quadratischen Damasus-Hof gruppiert, der unter dem Architekten Donato Bramante 1519 fertiggestellt wurde. Dort fahren die Staatsgäste vor, bevor sie zum Papst und zum Staatssekretär geleitet werden.