Papst verbrachte erste Nacht in seiner neuen Wohnung
15.03.202611:52
Vatikan/Papst/Wohnung
Mehr als zehn Monate nach dem Konklave hat Leo XIV. seine neuen privaten Räumlichkeiten im Apostolischen Palast bezogen
Vatikanstadt, 15.03.2026 (KAP) Papst Leo XIV. hat die erste Nacht in seiner neuen Wohnung im Apostolischen Palast im Vatikan verbracht. Am Samstagabend brannte das Licht in den kleinen Fenstern oberhalb der regulären Papstwohnung. Zuvor hatte Vatikansprecher Matteo Bruni bestätigt, dass Leo XIV. am Samstagnachmittag gemeinsam mit seinen engsten Mitarbeitern in die Räumlichkeiten einziehen werde, die seinen Vorgängern zur Verfügung standen. Die ersten zehn Monate seiner Amtszeit hatte der Papst in seiner Wohnung in der vatikanischen Glaubensbehörde auf der gegenüberliegenden Seite des Petersplatzes verbracht, in der er schon als Kardinal gelebt hatte.
Welchen Bereich der großzügigen Räumlichkeiten Leo XIV. privat nutzt, teilte der Vatikan nicht mit. Der Lichtschein am Fenster könnte jedoch einen Bericht der italienischen Zeitung "La Repubblica" von Ende Jänner bestätigen. Demnach plante der Papst, in das Dachgeschoss des Apostolischen Palastes zu ziehen. Die Mansarde ist von außen kaum sichtbar. Die Fenster liegen direkt über den Rahmen der großen Fenster des darunterliegenden Stockwerks, der sogenannten dritten Loggia des Apostolischen Palastes.
In dieser "Terza Loggia" befindet sich auch das offizielle päpstliche Arbeitszimmer, dessen Renovierung schon vor einiger Zeit abgeschlossen worden war. Leo XIV. arbeitete dort bereits vor seinem Umzug. Das Arbeitszimmer liegt in der dritten Etage hinter dem zweiten Fenster von rechts, von dem aus der Papst jeden Sonntag um 12 Uhr beim Mittagsgebet zu den Menschen auf dem Petersplatz spricht.
Neben Schlafzimmer, Küche und Bad soll die neue Mansardenwohnung des Papstes über einen Fitnessraum und eine kleine Kapelle verfügen. Auf der Dachterrasse befindet sich seit der Amtszeit von Johannes Paul II. (1978-2005) eine Nachbildung der Lourdesgrotte.
Aufwändige Sanierungsarbeiten
Der Sanierungsbedarf in den päpstlichen Gemächern im Apostolischen Palast war groß. Da Leos XIV. direkter Vorgänger Franziskus dort nicht wohnen wollte, standen die Räume seit 2013 leer. Dem Vernehmen nach mussten die Strom- wie Wasserleitungen komplett erneuert werden. Durch das marode Dach des Renaissancepalastes kam es außerdem zu Wasserschäden. Der erste Papst, der in den Räumlichkeiten der Terza Loggia residierte, war Pius X. (1903-1914).
Die päpstlichen Arbeits- und Wohnzimmer sind eingebettet in den 55.000-Quadratmeter-Komplex "Apostolischer Palast". Das vierstöckige Gebäude aus dem frühen 16. Jahrhundert befindet sich hinter Berninis Kolonnaden auf der Nordseite des Petersplatzes. Neben den päpstlichen Gemächern beherbergen die mehr als 1.000 Räume Büros des vatikanischen Staatssekretariates, Säle für feierliche Empfänge und Teile der Vatikanischen Museen inklusive der Sixtinischen Kapelle.
Die vier Flügel des Palastes sind um den quadratischen Damasus-Hof gruppiert, der unter dem Architekten Donato Bramante 1519 fertiggestellt wurde. Dort fahren die Staatsgäste vor, bevor sie zum Papst und zum Staatssekretär geleitet werden.