19,2 Millionen Katholiken und 17,4 Millionen Evangelische machen zusammen knapp 44 Prozent der Gesamtbevölkerung im Nachbarland aus - Bischof Wilmer: "Jeder Kirchenaustritt schmerzt"
Bonn/Hannover, 16.03.2026 (KAP/KNA) Die katholische und die evangelische Kirche in Deutschland haben am Montag ihre neuen Statistiken zu Mitgliederzahlen und Pastoraldaten für das Jahr 2025 veröffentlicht. Demnach hat die katholische Kirche im Nachbarland rund 19,2 Millionen Mitglieder. Das sind rund 550.000 Katholiken weniger als 2024, was einem Rückgang um knapp 2,8 Prozent entspricht. Innerhalb der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) gehörten im vergangenen Jahr nach vorläufigen Angaben rund 17,4 Millionen Menschen einer der 20 Landeskirchen an. Das sind 3,2 Prozent weniger als im Vorjahr (17,98 Mio.).
Insgesamt ging die Zahl der Mitglieder der beiden großen Kirchen in Deutschland damit um rund 3 Prozent zurück, von fast 37,75 auf 36,62 Millionen. Das entspricht einem Anteil von rund 23 Prozent (Katholiken) beziehungsweise 20,8 Prozent (Evangelische) an der Gesamtbevölkerung - zusammen also von knapp 44 Prozent.
Aus der katholischen Kirche in Deutschland traten im vergangenen Jahr 307.117 Menschen aus, wie die Bischofskonferenz in Bonn nach vorläufigen Zahlen mitteilte. Im Jahr 2024 hatten noch 321.659 Personen ihre Kirche verlassen. Im vergangenen Jahr traten - erneut mit einem leichten Anstieg - 2.269 Menschen in die katholische Kirche ein (2024: 1.839), 5.443 Personen wurden wieder aufgenommen (2024: 4.743). Deutschlandweit verzeichnete die katholische Kirche im Vorjahr rund 109.000 Taufen.
Die EKD in Hannover nannte als Gründe für die sinkende Mitgliederzahl vor allem Kirchenaustritte und Sterbefälle. Im Jahr 2025 traten demnach rund 350.000 Menschen aus der evangelischen Kirche aus - ähnlich viele wie im Jahr zuvor. Rund 330.000 evangelische Kirchenmitglieder sind gestorben. Zugleich traten rund 120.000 Menschen neu in die evangelische Kirche ein oder wurden getauft.
Zahlen zu Gottesdienstbesuchern
Aus den Zahlen zu Gottesdienstbesuchern geht hervor, dass im Durchschnitt 1,304 Millionen Katholikinnen und Katholiken am Wochenende Gottesdienste besuchten, das waren rund 6,8 Prozent aller Mitglieder. Dabei wurde die digitale Teilnahme nicht mitgezählt.
Die evangelische Kirche gab zuletzt für 2023 an, dass im Schnitt knapp 459.000 Gläubige am Wochenende Gottesdienste besuchten.
Wilmer: Kopf nicht in den Sand stecken
Der Vorsitzende der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Heiner Wilmer, sprach mit Bedauern von einer hohen Zahl an Austritten. "Die Beweggründe sind unterschiedlich, und doch sage ich - weil wir eine Gemeinschaft von Gläubigen durch Taufe und Firmung sind -, dass uns jeder Kirchenaustritt schmerzt."
Der Hildesheimer Bischof dankte allen Ehrenamtlichen für ihre Arbeit. "Es sind rund 600.000, die dafür sorgen, dass Kirche mit ihren vielfältigen Angeboten überhaupt erst in der Gesellschaft ermöglicht wird. Trotz aller Umbrüche ermutige ich dazu, dass wir den Kopf nicht in den Sand stecken, sondern nach vorne schauen und gemeinsam - auch in ökumenischer Verbundenheit - nach Wegen suchen, wie Christsein heute in der Gesellschaft zu größerer Akzeptanz führen kann."