Patriarch Ilia II. laut georgischem Patriarchat in Krankenhausbehandlung - Zustand des 93-Jährigen "ernst, aber stabil"
Tiflis, 17.03.2026 (KAP) Sorge um Patriarch Ilia II., Oberhaupt der Georgischen Orthodoxen Kirche: Der 93-jährige Patriarch musste wegen einer plötzlichen Verschlechterung seines Gesundheitszustandes ins Krankenhaus eingeliefert werden, teilte das Patriarchat in Tiflis am Dienstagmorgen mit. Der Patriarch werde im Kaukasus-Medizinzentrum in Tiflis behandelt. Sein Zustand sei "ernst, aber stabil". In der Mitteilung werden die Gläubigen zudem aufgerufen, für die Genesung des Patriarchen zu beten. Der 93-jährige Patriarch kämpft seit vielen Jahren mit großen gesundheitlichen Problemen.
Patriarch Ilia II. (Geburtsname: Irakli Ghudushauri-Shiolaschwili) wurde am 4. Jänner 1933 im nordossetischen Wladikawkas geboren. Nach der Schule studierte er am Theologischen Seminar bzw. der Theologischen Akademie in Moskau, wo er 1960 seinen Abschluss machte. Schon 1957 wurde er zum Mönch mit dem Namen Ilia geweiht, 1959 folgte die Priesterweihe. 1960 ging er zurück nach Georgien, wo er als Priester an der Kathedrale von Batumi seinen Dienst versah. 1963 wurde Ilia Bischof von Batumi-Schemokmedi und Patriarchalvikar. Zugleich übernahm er das Amt des Rektors des Theologischen Seminars von Mzcheta, der damals einzigen theologischen Ausbildungsstätte in Georgien.
1967 wurde Ilia nach Abchasien versetzt und dort 1969 zum Bischof bzw. Metropoliten geweiht. Am 23. Dezember 1977 wurde der damals 44-jährige Metropolit zum Patriarchen von Georgien gewählt. Die Inthronisation erfolgte am 25. Dezember 1977, seither trägt er den Namen Ilia II. Mehr als die Hälfte seines Lebens hat Ilia II. als Kirchenoberhaupt verbracht. Er ist die mit Abstand populärste Persönlichkeit Georgiens.
Als der Patriarch sein Amt antrat, gab es in Georgien lediglich 15 Diözesen und aufgrund der kommunistischen Verfolgungen nur noch 30 aktive Kirchen. Heute gibt es 47 Diözesen und circa 2.000 Kirchengemeinden sowie etwa 3.000 Geistliche.