Pfarrer von Absam: Kirchenvandale war keine "gezielte Bosheit"
18.03.202615:58
Österreich/Kirche/Polizei
Volksschüler verunstalten Innenraum von Tiroler Kirche - Pfarrer Martin Nwafor Chukwu versöhnlich: "Gemeinsam mit den Familien möchten wir Wege suchen, wie die Kinder Verantwortung übernehmen und aus dem Geschehen lernen können"
Innsbruck, 18.03.2026 (KAP) Zur Sachbeschädigung in der Pfarrkirche Absam (Bezirk Innsbruck-Land) hat sich nun der örtliche Pfarrer gemeldet. Der Vorfall in der Pfarrkirche, bei dem - wie sich herausstellte - zwei Volksschüler den Innenraum der Kirche verunstalteten, habe die Pfarre betroffen gemacht. Umso mehr sei es eine Erleichterung für das Pfarrteam, "dass keine gezielte Bosheit oder kirchenfeindliche Absicht hinter den Handlungen steckt", teilte Pfarrer Martin Nwafor Chukwu auf Anfrage der Kathpress mit. "Wir sind dankbar, dass der Vorfall so rasch aufgeklärt werden konnte - und vor allem, dass kein Mensch zu Schaden gekommen ist. Als Kirche ist es unser Auftrag - gerade auch in solchen Situationen - Wege der Vergebung und der Versöhnung zu gehen".
Vergangenen Sonntag war in die Pfarrkirche Absam eingebrochen worden. Dabei wurden eine unter einem Kruzifix stehende Blumenvase mit Kunstblumen, mehrere Seiten aus mindestens drei Gotteslob-Büchern sowie Kärtchen mit religiösen Abbildungen in Brand gesetzt. Zwei Desinfektionsmittelflaschen wurden über die Gegenstände ausgeschüttet. Auch die Weihwasserspender im Eingangsbereich der Kirche wurden ausgeschüttet, hieß es im Polizeibericht. Zunächst wurde nach unbekannten Tätern gefahndet.
Als es am Dienstag gegen 15.30 Uhr zu einem Mülleimerbrand in der Toilette einer Schule in Absam kam, konnten ein 7- und ein 10-jähriger Schüler als Verursacher des Brandes, der sich nicht weiter ausbreitete und schließlich von selbst erlosch, ausgeforscht werden, teilte die Polizei mit. Im Zuge der Befragung gaben die beiden Kinder zu, den Mülleimer in Brand gesetzt zu haben. Außerdem gestanden sie, auch für den Brand in der Pfarrkirche Absam am 15. März verantwortlich gewesen zu sein. Nach Abschluss der Erhebungen wird der Staatsanwaltschaft Innsbruck ein Bericht vorgelegt.
"Natürlich schmerzen die Beschädigungen, doch jetzt ist wichtig, dass die Buben Orientierung bekommen. Gemeinsam mit den Familien möchten wir Wege suchen, wie die Kinder Verantwortung übernehmen und aus dem Geschehen lernen können", zeigte sich der Pfarrer von Absam versöhnlich.