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Islamische Glaubensgemeinschaft: Zeit für Zuversicht über Fastenmonat hinaus - Eid-ul-Fitr am 20. März - Vural: "Es ist unsere Verantwortung als Glaubensgemeinschaft, uns für Frieden, Dialog und humanitäre Unterstützung einzusetzen"
Wien, 19.03.2026 (KAP) Am Donnerstag endet der islamische Fastenmonat Ramadan. Am Freitag, dem ersten Tag des neuen islamischen Monats Shawwal, beginnt dann das "Fest des Fastenbrechens", arabisch Eid al-Fitr, das heuer vom 20. bis 22. März 2026 gefeiert wird. Das dreitägige Fest des Fastenbrechens ist eines der höchsten Feste im Islam. Die Islamische Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGÖ) hat den diesjährigen Ramadan unter das Motto "Zeit für Zuversicht" gestellt. "Die Geduld, Barmherzigkeit und Solidarität, um die wir uns in diesen Wochen bemüht haben, sollen uns auch im Alltag nach der Fastenzeit leiten. Es ist unsere Verantwortung als Glaubensgemeinschaft, uns für Frieden, Dialog und humanitäre Unterstützung einzusetzen", so IGGÖ-Präsident Ümit Vural in einer Aussendung anlässlich von Eid al-Fitr.
Während des Ramadans verzichten Musliminnen und Muslime 30 Tage lang von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang auf Essen, Trinken und andere leibliche Genüsse. Kinder, Kranke und Schwangere sind von der Fastenpflicht ausgenommen. Der Ramadan ist eine der "Fünf Säulen des Islams", neben dem Glaubensbekenntnis, den fünf täglichen Pflichtgebeten, dem Almosengeben und der Wallfahrt nach Mekka.
Der Fastenmonat ist auch eine Zeit der Nächstenliebe, der guten Taten und der Gemeinschaft. Im Rahmen der Initiative "Fasten, Teilen, Helfen" engagiert sich etwa die Muslimische Jugend Österreich (MJÖ) seit über 15 Jahren freiwillig in sozialen und karitativen Projekten in ganz Österreich - auch in Zusammenarbeit mit katholischen Organisationen.
In Kooperation mit den VinziWerken und der Caritas kochten die Ehrenamtlichen heuer in der Steiermark regelmäßig im VinziDorf und im Marienstüberl für armutsbetroffene Menschen. In Kärnten besuchten Jugendliche verschiedene Einrichtungen der Caritas, etwa in der Wohnungslosentagesstätte "Eggerheim", Jugend-WGs oder Pflegewohnhäuser, berichtete Mario Sherif, MJÖ-Bundesvorsitzender in Kärnten, im Kathpress-Interview. "Dabei versuchen wir, unsere Jugendlichen dafür zu sensibilisieren, was es heißt, von Armut und Einsamkeit betroffen zu sein, und wie wichtig Nähe, Freundschaften, Familie und ein Zurückgeben an die Gesellschaft sind", so Sherif.
"Der Ramadan war für viele Menschen eine Zeit der Spiritualität, der inneren Einkehr und der gelebten Gemeinschaft", so Vural, der sich u. a. bei den Imamen, Seelsorgerinnen und Seelsorgern sowie den Ehrenamtlichen bedankte. Österreichweit fanden zahlreiche gemeinsame Iftare als "Raum für Begegnung und Austausch" statt, u. a. eine interreligiöse Iftar-Feier der IGGÖ in Wien mit Bundespräsident Alexander Van der Bellen.
Das Ramadanfest biete nun "Gelegenheit, die Vielfalt und den Zusammenhalt der österreichischen Gesellschaft zu feiern". Das dreitägige Fest ist auch ein Familienfest; Musliminnen und Muslime begehen es mit Besuchen bei Verwandten, Kinder bekommen Geschenke und Süßigkeiten, weshalb die Feiertage auch "Zuckerfest" genannt werden. Die Gläubigen wünschen sich "Eid Mubarak" (Gesegnetes Fest) oder auf Türkisch "Bayraminiz mübarek olsun" (Ich wünsche dir ein gesegnetes Fest).