Beobachter des Heiligen Stuhls bei der UNO, Caccia: Außer Schaffung eines formalen Rechtsschutzes auch Kampf gegen strukturelle Hindernisse vonnöten
New York, 19.03.2026 (KAP) Der Vatikan hat bei den Vereinten Nationen einen umfassenderen Ansatz für den Zugang von Frauen und Mädchen zur Justiz gefordert. Der Ständige Beobachter des Heiligen Stuhls bei der UNO, Gabriele G. Caccia, sprach bei der 70. Sitzung der Frauenstatuskommission der Vereinten Nationen von der Notwendigkeit einer "ganzheitlichen Herangehensweise". Der Erzbischof, der kürzlich zum Apostolischen Nuntius in den USA ernannt wurde, betonte, formaler Rechtsschutz allein reiche nicht aus. Vielmehr müssten strukturelle Ursachen bekämpft werden, die Frauen und Mädchen daran hinderten, ihre Rechte wahrzunehmen und ihre Würde zu schützen.
Als zentrale Hürden nannte Caccia Armut und deren Folgen. Betroffene verfügten oft nicht über die Mittel für rechtliche Vertretung, während Hilfsangebote vielfach überlastet seien. Besonders in ländlichen Regionen erschwerten fehlende Infrastruktur, mangelnde Bildungsangebote und Sprachbarrieren den Zugang zu Rechtssystemen. Zugleich verwies er auf fortbestehende geschlechtsspezifische Diskriminierung und forderte gleiche Chancen für Mädchen und Jungen. Unter Bezug auf Papst Leo XIV. unterstrich er, Gerechtigkeit dürfe nicht auf juristische Verfahren reduziert werden.
Ein ganzheitlicher Ansatz müsse laut Vatikan auch Gewalt und Diskriminierung gezielt abbauen, wirksame Rechenschaftsmechanismen stärken und eine "Kultur der Verantwortung" fördern. Ebenso sei die Familie als sicheres Umfeld von Bedeutung. Andernfalls steige das Risiko von erneuter Viktimisierung und Ausbeutung, etwa durch Menschenhandel, von dem Frauen und Mädchen überproportional betroffen seien. Sie würden zudem für Zwangsheirat, Leihmutterschaft oder kriminelle Zwecke ausgebeutet.
Der Heilige Stuhl sagte den Vereinten Nationen Unterstützung durch kirchliche Einrichtungen zu und betonte, ein verbesserter Zugang zur Justiz sei eine wesentliche Voraussetzung für eine gerechtere Gesellschaft.
Durch Leihmutter geborene Aktivistin Olivia Maurel: Radikale Feministinnen und Kirche bei klarer Ablehnung von Leihmutterschaft einig - Internationales Verbot dringend notwendig
Vorsitzende von Österreichs größter Frauenorganisation, Ritter-Grepl, mahnt: "Wenn Gleichstellung politisch relativiert wird, betrifft das nicht nur Frauen, es betrifft die Qualität unserer Demokratie"
Benefiz-Suppenessen der Katholischen Frauenbewegung im Parlament - Entwicklungspolitische Spendenaktion stellt Frauen in Indien in den Mittelpunkt und unterstützt Projekte gegen Gewalt, Armut und Ausgrenzung in Indien -