Bischofskonferenz würdigt Schreiben von Papst Franziskus zu Ehe und Familie für die Anerkennung der Vielfalt von Lebenswirklichkeiten - Bestärkung für kirchlichen Einsatz für tagtäglich gelebtes Ehesakrament
Bonn, 19.03.2026 (KAP/KNA) Zehn Jahre nach dem päpstlichen Schreiben "Amoris laetitia" zu Ehe und Familie hat die Deutsche Bischofskonferenz das Dokument als richtungsweisend gewürdigt. Die Weltsynoden zur Familie 2014 und 2015 und das daraus hervorgegangene Dokument hätten die Ehe- und Familienpastoral neu ausgerichtet, erklärte der Berliner Erzbischof Heiner Koch, der die Kommission für Ehe und Familie leitet, am Donnerstag in Bonn.
Die beiden Synoden zu Familie "ermutigen uns als Kirche, Paare ein Leben lang zu begleiten, angefangen bei der Ehevorbereitung über die Feier des Sakraments bis zur Begleitung in den täglichen Herausforderungen des Zusammenlebens", so Erzbischof Koch, und weiter: "Diese Begleitung gilt allen Paaren."
Das Dokument, das Papst Franziskus im Jahr 2016 vorgelegt hatte, würdigt nach Worten der Bischofskonferenz Ehe und Familie in "großer sprachlicher Kraft als fundamentale Orte der Berufung und Teilhabe am Aufbau des kirchlichen und gesellschaftlichen Lebens".
Die Deutsche Bischofskonferenz legte dann 2017 ein Dokument zur Erneuerung der Ehe- und Familienpastoral unter dem Titel "Die Freude der Liebe, die in den Familien gelebt wird, ist auch die Freude der Kirche" vor. Zudem wurden 2018 Eckpunkte zur Ehevorbereitung und 2021 Eckpunkte zur Ehebegleitung und zur Ehespiritualität veröffentlicht.
In vielen Diözesen seien neue Wege der Pastoral auch mit Paaren in sogenannten irregulären Situationen eröffnet worden, so die Bischofskonferenz. Der Ansatz in "Amoris laetitia" nehme die Vielfalt der Lebenswirklichkeiten ernst und habe in den vergangenen zehn Jahren eine "lebendige kirchliche und theologische Diskussion" angestoßen und für die Pastoral produktiv gemacht.
Papst Franziskus habe einen wichtigen Beitrag dazu geleistet, Ehe und Familie in ihrer sakramentalen Bedeutung zu bekräftigen und Pastoral praxisorientiert und barmherzig zu gestalten, hieß es. Erzbischof Koch betonte: "'Amoris laetitia' zeigt, dass die Ehe als Sakrament nicht nur ein Moment der Feier am Hochzeitstag ist, sondern ein fortlaufender Weg des Wachstums in Liebe und Treue." Die Kirche wolle Paare dabei stärken, diese Dimension in ihrem Alltag zu entdecken.