Kardinal Woelki fordert Ende der Angriffe im Libanon
19.03.202614:11
Deutschland/Krieg/Kirche/Flüchtlinge
Appell zu Verhandlungen und Finanzierung von Nothilfe-Maßnahmen für Geflüchtete
Bonn, 19.03.2026 (KAP/KNA) Angesichts der eskalierenden Gewalt im Libanon hat der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki ein Ende der Angriffe gefordert und zu politischen Verhandlungen aufgerufen. "Die Gewaltspirale im Libanon dreht sich immer weiter - und die Leidtragenden sind unschuldige Menschen", erklärte Woelki am Donnerstag laut einer Mitteilung der Erzdiözese Köln. Niemand dürfe gezwungen sein, zwischen Flucht und Lebensgefahr zu wählen. Nur durch ernsthafte Verhandlungen könne die Grenze zwischen Israel und dem Libanon dauerhaft gesichert und weiteres Leid verhindert werden.
Die Erzdiözese Köln stellt nach eigenen Angaben 110.000 Euro für Nothilfe bereit und rief zu Spenden zugunsten von Caritas international auf. Die Mittel sollen vor allem für Lebensmittelpakete und Gutscheinsysteme zur Versorgung betroffener Familien eingesetzt werden. Kirchliche Partner leisteten unter schwierigen Bedingungen Hilfe vor Ort, der Bedarf bleibe jedoch hoch.
Infolge der militärischen Auseinandersetzungen zwischen Israel und der Hisbollah-Miliz seien inzwischen rund 700.000 Menschen auf der Flucht, so die Erzdiözese unter Berufung auf aktuelle Berichte. Viele von ihnen seien bereits in den vergangenen Jahren mehrfach vertrieben worden.
Die Lage werde zusätzlich durch die Zerstörung von Infrastruktur und kirchlichen Einrichtungen verschärft. In den vergangenen Jahren seien mindestens 17 Kirchen und Gemeindezentren beschädigt oder zerstört worden. Ein von der Erzdiözese unterstütztes Wiederaufbauprojekt sei wegen der erneuten Kämpfe vorerst ausgesetzt worden.