19. Literaturpreisverleihung in Kooperation mit Caritas und Diakonie würdigt Texte von Menschen mit Lernbehinderung
20.03.2026, Der Verein Ohrenschmaus hat am Donnerstag zum 19. Mal seinen inklusiven Literaturpreis für literarische Werke von Menschen mit Lernbehinderung vergeben. Im Zentrum der Ausschreibung stand thematisch das Leitmotiv "Freundschaft - Worte, die verbinden". Von den 236 eingereichten Texten aus Österreich, Deutschland und Südtirol wurden drei neuentdeckte Talente mit dem Hauptpreis von jeweils 1.000 ausgezeichnet, hieß es in einer Aussendung am Freitag. Zudem wurden im Raiffeisenhaus Wien ein "Schokopreis" für kurze Texte, die in besonderer Weise von Freundschaft erzählen, und erstmalig ein Sonderpreis für das Lebenswerk vergeben.
Franz-Joseph Huainigg, der den Preis 2007 ins Leben gerufen hat, zeigt sich erfreut über die wachsende Anzahl an eingesendeten Texten: "Die Einreichungen machen Mut in diesen schwierigen Zeiten. Sie zeigen, wie Literatur Freude schafft und wie wertvoll der Beitrag von Menschen mit Lernbehinderung für das Miteinander ist. Diese Stärken müssen gefördert werden." Bewertet wurden die Texte von einer Jury unter der Leitung von Felix Mitterer - bestehend aus bekannten Namen der österreichischen Bühnen- und Literaturszene: Arno Geiger, Heinz Janisch, Ludwig Laher, Günter Kaindlstorfer, Bettina Hering und Lisa Taschek.
Jährlich werden 19 Autorinnen und Autoren mit Lernbehinderung für ihre literarischen Texte ausgezeichnet. Die Gewinnertexte von Kurt Engleder, Monika Hochgruber und Laurin Schedereit wurden von den Schauspielern Chris Pichler und Markus Hering vorgetragen. Das inklusive Moderationsduo Dani Linzer und Anna-Lina Ernstberger führte durch den Abend.
Prämierte Texte in Buchform erhältlich
Der Zotter-Schokoladen-Preis zum Thema "Freundschaft" ging dieses Jahr an Karin Brenner, Tanja Heiss, Karin Meyer sowie Alois Schörghuber. Ihre Texte erscheinen auf der neuen Edition der Ohrenschmaus-Schokolade, die von der Grafik-Anstalt entworfen wurde. Den Sonderpreis für sein Lebenswerk erhielt der mehrfache Literaturpreisträger Peter Gstöttmeier, der sich mit seiner letzten Einreichung vom Ohrenschmaus verabschiedet. Einen Platz auf der Ehrenliste erhielten die Texte von Annemarie Delleg, Anton Blitzstein, Henri Hirti, Hermann Resch, Franz Schwager, Daniela Kedro, Renate Seiberl, Marvin Prodner, Viktor Noworksi, Elisabeth Stachl und Ruth Oberhuber.
Alle prämierten Texte sind im Buch "Reden reden reden, bis ich mir selbst auf die Nerven gehe!" in der Ohrenschmaus-Edition des Verlages Buchschmiede erschienen. Ab sofort ist das Buch auf der Homepage des Vereins Ohrenschmaus (www.ohrenschmaus.net/buecher) erhältlich.
Seit 2007 würdigt der Ohrenschmaus Literaturpreis die literarischen Werke von Menschen mit Lernbehinderung und trägt zur Veröffentlichung ihrer Texte bei. Die Preisverleihung soll laut Verein ein Symbol für die Stärkung der sprachlichen Vielfalt und die Förderung der Inklusion in der Literatur sein. Zu den Partnerorganisationen zählen Caritas, Diakonie, Jugend am Werk, Lebenshilfe Österreich, der Österreichische Behindertenrat, Wiener Hilfswerk und Vienna People First.