Antwerpens Bischof will bis 2028 Verheiratete zu Priestern weihen
20.03.202615:25
Belgien/Religion/Christentum/Gesellschaft/Kirche
Belgischer Bischof Bonny will geeignete Priesterkandidaten vorbereiten
Antwerpen, 20.03.2026 (KAP/KNA) Inmitten der andauernden Reformdebatte der katholischen Kirche hat ein Vorstoß des belgischen Bischofs Johan Bonny internationale Aufmerksamkeit auf sich gezogen. In einem aktuellen Hirtenbrief erhob er nicht nur erneut die Forderung, endlich eine Weihe geeigneter verheirateter Männer zu Priestern zu ermöglichen. Der Bischof von Antwerpen ging noch einen Schritt weiter: Er kündigte an, "alles daran zu setzen", um bis 2028 entsprechende Weihen in seiner Diözese vorzunehmen.
"Ich werde persönlich auf sie zugehen und sicherstellen, dass sie bis dahin über die notwendige theologische Ausbildung und pastorale Erfahrung verfügen, vergleichbar mit der anderer Priesterkandidaten", so Bonny. Diese Vorbereitung werde transparent, aber diskret erfolgen - fernab vom Rampenlicht der Medien. Er wolle die nächsten beiden Jahre für die notwendige Abstimmung mit der Belgischen Bischofskonferenz und dem Vatikan nutzen.
"Die Frage ist nicht mehr, ob die Kirche verheiratete Männer zu Priestern weihen kann, sondern wann sie dies tun wird und wer es tun wird", so Bonny weiter. Der Konsens in dieser Frage sei nahezu einhellig. Jede Verzögerung wirke wie eine Ausrede.
Als Begründung für sein entschiedenes Vorgehen nannte der Geistliche, der seit Jahren zu den progressivsten Bischöfen der katholischen Kirche zählt, unter anderem den Priestermangel in seiner Diözese. Zudem gebe es schon zahlreiche verheiratete Priester aus den katholischen Ostkirchen. Hinzu kämen jene, die aus anderen christlichen Konfessionen konvertiert seien.
Niemand könne vor diesem Hintergrund erklären, wieso es nicht möglich sein sollte, "viri probati" - also "bewährte" verheiratete Männer - zu Priestern zu weihen, schlussfolgerte Bonny. Ein solcher Schritt entspreche auch den bisherigen Ergebnissen der von Papst Franziskus angestoßenen katholischen Weltsynode, deren Prozess noch bis 2028 andauern soll.