Franziskaner: Osterfeiern in Jerusalemer Grabeskirche unter Vorbehalt
21.03.202612:30
Israel/Ostern/Kirche/Religionsfest oder Feiertag/Grabeskirche/Franziskaner/Orden
Ob Ostern mit Besuchern gefeiert werden kann, ist angesichts der aktuellen Lage in Israel fraglich - Franziskaner dementieren Gerüchte über mögliche Schließung
Jerusalem, 21.03.2026 (KAP) Ob die Zeremonien der Kar- und Ostertage in der Jerusalemer Grabeskirche ohne Einschränkungen stattfinden können, ist derzeit fraglich. Das teilte die Kustodie der Franziskaner am Samstag mit, die seit Jahrhunderten im Auftrag des Papstes über die christlichen Stätten im Heiligen Land wacht. Man stehe in ständigem Dialog mit den Behörden sowie den anderen zuständigen Kirchen, hieß es weiter.
Mit der Erklärung reagieren die Franziskaner auf Gerüchte über eine vollständige Schließung der Grabeskirche und ein mögliches Gottesdienst-Verbot an den Feiertagen. Kritiker hatten Israel in diesem Zusammenhang vorgeworfen, "Christen zum Schweigen bringen" zu wollen, während jüdische Massenveranstaltungen trotz angespannter Sicherheitslage weiter möglich seien.
Die Kustodie dementierte derlei Gerüchte. Der Zugang zur Kirche sei für Besucher momentan zwar eingeschränkt, jedoch habe die ansässige Franziskanergemeinschaft ihre täglichen Riten und Gebete an dem Ort beibehalten. Gläubige in aller Welt seien eingeladen, angesichts des andauernden Nahost-Kriegs ebenfalls für den Frieden zu beten.
Einschränkungen wie in Corona-Phase
Ähnliche Sicherheitsmaßnahmen hatten für die Grabeskirche bereits 2020 während der Corona-Pandemie gegolten. Damals war das Gotteshaus wochenlang für Besucher geschlossen. Die Kar- und Ostertage sowie die täglichen Gottesdienste wurden von den in der Kirche lebenden Ordensleuten der verschiedenen Konfessionen hinter geschlossenen Türen gefeiert.
Die Grabeskirche in der Jerusalemer Altstadt zählt zu den wichtigsten Orten der Christenheit. Christinnen und Christen verehren dort den Ort der Kreuzigung, Grablegung und Auferstehung Jesu. Orthodoxe Gläubige sprechen deshalb auch nicht von Grabeskirche, sondern von Auferstehungskirche (Anastasis).