Bratislava: Schönborn bei Amtseinführung von uniertem Bischof
22.03.202610:49
(zuletzt bearbeitet am 22.03.2026 um 13:25 Uhr)
Slowakei/Kirche/Katholiken/Leute/Schönborn/Orden
Grußbotschaft an neuen griechisch-katholischen Eparch Milan Lach: "Das Wichtigste ist, dass du die Menschen liebst"
Bratislava, 22.03.2026 (KAP) Mit einer feierlichen Liturgie ist Milan Lach SJ am Samstag als neuer griechisch-katholischer Eparch von Bratislava in sein Amt eingeführt worden. Die Zeremonie leitete mit Erzbischof Jonas Maxim das Oberhaupt der griechisch-katholischen Kirche in der Slowakei. Kardinal Christoph Schönborn, der als Ordinarius für die Gläubigen der katholischen Ostkirchen in Österreich an der Feier teilnahm, sprach dem neuen Bischof dabei mit persönlichen Worten Mut zu: "Das Wichtigste ist, dass du die Priester liebst und dass du die Menschen liebst. Und das tust du."
Die Bischofsliturgie fand in der griechisch-katholischen Kathedrale der Kreuzerhöhung in Bratislava statt. Wegen des großen Andrangs war der Zutritt nur mit Einladung möglich; für weitere Gläubige wurden im Außenbereich Großbildschirme und Sitzplätze bereitgestellt. Mehrere slowakische TV-Kanäle übertrugen die Feier live.
Schönborn griff in seiner Ansprache auch die jesuitische Prägung des neuen Bischofs auf. "Als Dominikaner muss ich auch ein Wort zum Jesuiten sagen", meinte er mit einem Augenzwinkern. Er erinnerte an die Kapelle von La Storta bei Rom, wo Ignatius von Loyola der Überlieferung zufolge eine Vision hatte: Gott habe zu seinem Sohn gesagt: "Nimm Inigo (der Geburtsname von Ignatius von Loyola, Anm.) in deine Gemeinschaft auf." Daran anknüpfend sagte Schönborn, er wünsche Lach von Herzen, "dass du mit Jesus das Kreuz trägst. Dass du mit Jesus die Armen liebst. Dass du mit Jesus barmherzig bist und: Bewahre dir deinen Humor!"
Milan Lach ist der zweite Bischof in der Geschichte der 2008 errichteten griechisch-katholischen Eparchie Bratislava. Der Heilige Stuhl hatte seine Ernennung am 6. März 2026 bekanntgegeben und zugleich den altersbedingten Rücktritt seines Vorgängers Peter Rusnák angenommen.
An der Amtseinführung nahmen neben Schönborn auch der in Wien wirkende Generalvikar des Ostkirchen-Ordinariats, Erzpriester Yuriy Kolasa, sowie zahlreiche römisch-katholische und griechisch-katholische Bischöfe aus der Slowakei und aus dem Ausland teil, darunter Vertreter aus Tschechien, Ungarn, Rumänien, Serbien, der Ukraine und Großbritannien. Auch Ordensobere, Vertreter anderer christlicher Kirchen, Delegierte der Ökumene und Repräsentanten des öffentlichen Lebens waren anwesend. Griechisch-katholische bzw. mit Rom unierte Kirchen bezeichnen jene Glaubensgemeinschaften, die den Ritus nach orthodoxer Art feiern, aber den römischen Papst als Oberhaupt anerkennen.
Die Eparchie hatte die Feier seit langem vorbereitet und als historischen Moment für die Ortskirche hervorgehoben. Die Pfarren waren eingeladen, sich durch Priester und Vertreter der Pfarrgemeinderäte zu beteiligen. Damit sollte sichtbar werden, dass der Amtsantritt des neuen Bischofs nicht nur ein formaler Akt, sondern ein Fest der ganzen Kirche in der Slowakei ist.
Bischof Lach mit Wien verbunden
Der neue griechisch-katholische Bischof von Bratislava hat auch Verbindungen zu Wien. Erst vor einem Jahr (27. März) leitete Lach einen Gottesdienst in der griechisch-katholischen Zentralpfarre St. Barbara in Wien, mit der die Errichtung einer neuen Seelsorgestelle für die slowakischen griechisch-katholischen Gläubigen in Österreich gefeiert wurde. Dabei fungierte Bischof Lach als Apostolischer Visitator für die griechisch-katholischen Gläubigen der Slowakei, die außerhalb ihres Heimatlandes in Europa leben. Grundlage der damals errichteten neuen Gemeinde mit der Bezeichnung "Mariä Empfängnis" war ein entsprechendes Errichtungsdekret, das Kardinal Christoph Schönborn als Ordinarius für die Gläubigen der katholischen Ostkirchen in Österreich zuvor am 7. März unterzeichnet hatte.
Weihbischof Lach sprach damals im Kathpress-Interview von einem "historischen Moment". Die Errichtung der Gemeinde sei die erste ihrer Art seit seiner römischen Ernennung zum Apostolischen Visitator am 21. November 2024. Er sei Kardinal Schönborn dankbar, dass dieser Schritt nach längeren Vorbereitungen möglich wurde. Die slowakischen Gläubigen des byzantinischen Ritus seien in Österreich gut integriert, trotzdem sei es wichtig, Gottesdienste auch in der Muttersprache und im eigenen Ritus zu feiern, wie der Apostolische Visitator betonte.
Die slowakische Gemeinde zählt rund 100 aktive Gläubige, viele davon sind im Pflegebereich tätig und daher nicht dauerhaft in Österreich lebend.
Ostslowake mit Stationen in Rom und USA
Der 52-jährige Milan Lach wurde am 18. November 1973 in Kezmarok in der Ostslowakei geboren. 1995 trat er in den Jesuitenorden ein, 2001 wurde er in Kosice zum Priester geweiht. Nach Studien am Päpstlichen Orientalischen Institut in Rom, wo er sich auf orientalische Kirchenwissenschaften spezialisierte und promovierte, ernannte ihn Papst Franziskus 2013 zum Weihbischof der Erzeparchie Presov.
Von 2018 bis 2023 wirkte Lach als Bischof der ruthenischen griechisch-katholischen Eparchie Parma in den Vereinigten Staaten. Nach seiner Rückkehr in die Slowakei wurde er 2023 Weihbischof in Bratislava und übernahm zugleich Verantwortung für slowakisch-griechisch-katholische Gemeinden in der Diaspora. Zudem nahm Lach als Vertreter seiner Kirche an beiden Sessionen der Synode zur Synodalität 2023 und 2024 teil.
Die griechisch-katholische Kirche in der Slowakei ist seit 2008 in die Metropolie Presov sowie die Eparchien Kosice und Bratislava gegliedert. Sie zählt rund 220.000 Gläubige, die Mehrzahl lebt im Osten des Landes. Die Eparchie Bratislava umfasst die West- und Mittelslowakei. Geleitet wird sie vom Erzbischof der Erzeparchie Presov, Joná Jozef Maxim, als Metropolit und Oberhaupt der Griechisch-katholischen Kirche in der Slowakei.