Georgisches Kirchenoberhaupt am Sonntag in Tiflis unter großer Anteilnahme beigesetzt
Vatikanstadt/Tiflis, 22.03.2026 (KAP) Patriarch Ilia II., Oberhaupt der Georgisch-orthodoxen Kirche, ist am Sonntag in der georgischen Hauptstadt Tiflis bestattet worden. Papst Leo XIV. hat in einem Kondolenzschreiben die Verdienste des Patriarchen gewürdigt, der fast 50 Jahre die Kirche in Georgiens geleitet hat. Ilia II. sei dem georgischen Volk in einer Zeit der Not und grundlegender epochaler Veränderungen zur Seite gestanden, so der Papst. Der Patriarch habe sich stets um Versöhnung bemüht und sei ein unermüdlicher Förderer der Einheit gewesen, so Leo. Er erinnert in dem Schreiben auch an die Begegnungen des Patriarchen mit den Päpsten Johannes Paul II. und Franziskus.
In Vertretung von Papst Leo nahm der vatikanische "Ökumene-Minister" Kardinal Kurt Koch an den Begräbnisfeierlichkeiten in Tiflis teil. Dem Trauergottesdienst in der Dreifaltigkeitskathedrale in der georgischen Hauptstadt stand der Ökumenische Patriarch von Konstantinopel, Bartholomaios I., vor. Von den orthodoxen Kirchenoberhäuptern waren neben Bartholomaios auch der rumänisch-orthodoxe Patriarch Daniel, Erzbischof Ioannis von Albanien, und Erzbischof Rastilav, Oberhaupt der Orthodoxen Kirche von Tschechien, nach Tiflis gekommen. Die anderen orthodoxen Landeskirchen entsandten hochrangige Vertreter. Gerne wäre aus dem Nachbarland Armenien auch das armenisch-apostolische Kirchenoberhaupt Katholikos Karekin II. gekommen, die armenischen Behörden verweigerten ihm aber die Ausreise. Nach dem Begräbnisgottesdienst in der Dreifaltigkeitskathedrale wurde Patriarch Ilia II. in der historischen Sioni-Kathedrale in Tiflis beigesetzt.
Patriarch Ilia II., Oberhaupt der Georgischen Orthodoxen Kirche, ist am vergangenen Dienstag nach langer schwerer Krankheit im Alter von 93 Jahren verstorben. Mehr als die Hälfte seines Lebens war Ilia II. Kirchenoberhaupt. Er übernahm die Leitung seiner Kirche noch zu Sowjetzeiten 1977. Als der Patriarch sein Amt antrat, gab es in Georgien lediglich 15 Diözesen und aufgrund der kommunistischen Verfolgungen nur noch 30 aktive Kirchen. Heute gibt es 47 Diözesen und circa 2.000 Kirchengemeinden sowie etwa 3.000 Geistliche. Ilia II. war die mit Abstand populärste Persönlichkeit Georgiens und galt als Integrationsfigur des Landes. U. a. hatte er rund 50.000 Patenkinder.