Jerusalem (2) - Patriarch Pizzaballa bei hebräischsprachigen Katholiken
24.03.202613:24
Israel/Palästina/Kirche/Krieg/Pizzaballa
Jerusalem, 24.03.2026 (KAP) Patriarch Pizzaballa ist dieser Tage mit den Priestern des St. James Vikariats für die hebräischsprachigen Katholiken zusammengetroffen und hat sie ermutigt, gerade in dieser so schwierigen Zeit "nahe bei den Menschen zu bleiben". Die Kirche dürfe sich nicht zurückziehen, sondern müsse bleiben, gerade dort, wo die Situation am fragilsten sei. In dieser Treue konkretisiere sich ihr Auftrag, so der Lateinische Patriarch von Jerusalem.
Patriarchalvikar P. Piotr Zelazko beschrieb beim Besuch des Patriarchen die Herausforderungen für die Geistlichen im aktuellen Krieg: "Die Priester bleiben in ihren Gemeinden, trotz der Gefahren und Einschränkungen. Ihr Dienst geschieht in unmittelbarer Nähe zum Leben der Menschen: im Hören, im Dasein in Angst und Unsicherheit, in der Feier der Sakramente und in einer beständigen Verfügbarkeit für alle, die Unterstützung benötigen." Ein Priester könne derzeit nicht nach Israel zurückkehren, da der Flughafen in Tel Aviv faktisch geschlossen sei. Seine Abwesenheit hinterlasse eine spürbare Lücke im pastoralen Gefüge vor Ort.
Seelsorge in schwierigen Zeiten
Die Situation spitze sich immer weiter zu. Der Alltag sei von Alarmen, Unterbrechungen und anhaltender Anspannung geprägt. Gerade die Kinder würden durch die zunehmenden Angriffe in besonderer Weise belastet. Vor diesem Hintergrund werde Seelsorge zu einer Form von "Gegenwart, die nicht organisiert werden kann, sondern gelebt wird: in Wohnungen, in Schutzräumen, in kurzen Begegnungen zwischen Sirenen, in Gesprächen, die oft jenseits geplanter Strukturen stattfinden". Die Nähe und Verbundenheit trage durch die schwierigen Zeiten.
Das St. James Vikariat des Lateinischen Patriarchats von Jerusalem begleitet hebräischsprachige Katholikinnen und Katholiken in Israel pastoral. Die Gemeinden befinden sich in Jerusalem, Tel Aviv, Haifa, Tiberias und Be'er Scheva. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Begleitung von Kindern und Jugendlichen sowie auf der Unterstützung von Familien. Das Vikariat ist mit rund 1.500 Mitgliedern in insgesamt sieben Pfarren relativ klein, hat aber im Heiligen Land eine gewisse Brückenfunktion innerhalb der Katholischen Kirche und hin zur jüdischen Mehrheitsbevölkerung.
Die Christen in Israel sind nur eine kleine Minderheit von 1,8 Prozent. Ein Teil davon sind Katholiken, die zum Lateinischen Patriarchat von Jerusalem gehören. Innerhalb des Patriarchats wiederum sind 99 Prozent arabischsprachige Katholiken, und dann gibt es eben noch das Vikariat St. James. Bischofsvikar Zelazko: "Wir sind zu 100 Prozent Israelis und zu 100 Prozent Katholiken." Die Gläubigen haben alle verschiedene Herkunftsgeschichten mit teilweise jüdischem Hintergrund.
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