Im Rahmen der Weltsynode der katholischen Kirche beauftragter Studienbericht veröffentlicht - Bekenntnis zum monogamen, christlichen Eheverständnis
Vatikanstadt, 24.03.2026 (KAP) Die Bischöfe Afrikas betonen die monogame Verbindung als unverzichtbares Fundament christlicher Ehelehre, wollen polygam lebende Menschen seitens der Kirche aber besser begleiten. In ihrem Abschlussbericht über den Umgang mit Vielehen werben sie für einen pastoralen Ansatz der Nähe, des Zuhörens und der Begleitung ohne Verurteilung der betroffenen Personen. Das 28 Seiten umfassende Schreiben wurde am Dienstag veröffentlicht und enthält neben seelsorgerischen Handlungsempfehlungen einen historischen Überblick über Vorkommen, Ursachen und rechtliche Grundlagen von Polygamie. Zudem setzt es sich mit ihrer Behandlung in der Bibel, den Grundlagen der christlichen Ehe und den bisherigen pastoralen Ansätzen etwa von christlichen Missionaren auseinander.
Die Vereinigung der Bischofskonferenzen von Afrika und Madagaskar (SECAM) war im Rahmen des globalen katholischen Reformprojekts Weltsynode mit einer theologischen und pastoralen Auseinandersetzung zum Thema Polygamie beauftragt worden. Die katholische Kirche versteht die Ehe als lebenslange Verbindung von einem Mann und einer Frau. Erst im November gab die vatikanische Glaubensbehörde eine lehramtliche Note heraus, in der Polygamie, Ehebruch und Polyamorie eine klare Absage erteilt und dazu aufgerufen wurde, kulturelle Situationen in der Pastoral ernst zunehmen, ohne das christliche Eheverständnis zu relativieren.
Taufe für die erste Frau und die Kinder
In ihrem nun veröffentlichten Bericht "Die seelsorgerischen Herausforderungen der Polygamie" plädieren die Bischöfe Afrikas für eine Begleitung von polygam lebenden Familien, die das kirchliche Modell grundsätzlich erhält, jedoch unterscheiden sie zwischen den verschiedenen Mitgliedern. So könnten etwa die erste Ehefrau und die Kinder der Familie vollständig in die christliche Gemeinschaft aufgenommen werden und die Sakramente wie die Taufe empfangen. Das gilt aber nicht für den polygam lebenden Mann und seine weiteren Frauen. Sie seien dazu eingeladen, "ihren Glauben in Buße und in der Hoffnung auf eine vollständige Integration in die Gemeinschaft der Jünger Jesu zu leben".
Zudem wollen die Bischöfe die Gleichberechtigung von Frauen und Männern fördern. In ihrem Schreiben wünschen sie eine Seelsorge, die die Würde der Frau stärkt. Weil Polygamie auch mit der prekären moralischen und sozioökonomischen Lage von Frauen zusammenhängen kann, schlagen sie eine Art Witwen-Netzwerk vor. Die Frauen sollten nicht mehr gezwungen sein, aus materiellen Gründen nach dem Tod des Partners eine polygame Ehe mit einem Bruder des Verstorbenen einzugehen. Stattdessen sollten die Brüder die Witwen moralisch und finanziell unterstützen.
Glaube an erster Stelle
Grundsätzlich betonen die Bischöfe, den Glauben des Einzelnen als relevantes Kriterium, dem der Empfang der Sakramente folge - ohne deren Bedeutung zu schmälern. "Auch ohne den objektiven Empfang des Sakraments ist zu hoffen, dass jeder Mensch, vereint im gemeinsamen Glauben, dazu verholfen wird, eine wahre geistliche Gemeinschaft mit dem zu erlangen, der gefeiert wird, unserem Herrn Jesus Christus."