Prämiertes Motiv für Printwerbung zeigt Abakus mit Waffen statt Rechenperlen verbunden mit Botschaft "Weil Kinder im Krieg sonst nur mit dem Schlimmsten rechnen können"
Wien, 24.03.2026 (KAP) Die Caritas Österreich ist für das Sujet "Abakus" ihrer Kampagne für Kinderhilfe angesichts von Krieg mit dem ADGAR-Werbepreis ausgezeichnet worden. Das von der Agentur "DDB Wien" kreierte Printmotiv gewann in der Kategorie "Soziales & Karitatives". Es zeigt einen Abakus mit Raketen, Panzer und Handgranaten anstelle der üblichen Rechenperlen. Darunter ist zu lesen: "Weil Kinder im Krieg sonst nur mit dem Schlimmsten rechnen können." Wie Anja Waldherr, die für den Bereich Fundraising & Kampagnen in der Caritas Österreich zuständig ist, am Dienstag gegenüber Kathpress erklärte, war das ausgezeichnete Sujet Teil einer österreichweiten Kampagne zum Leitthema "Bildung in Kriegs- und Krisengebieten".
Mit der Kampagne habe man darauf aufmerksam machen wollen, dass fehlender Zugang zu Bildung für Millionen Kinder weltweit gravierende Auswirkungen auf ihre Zukunft hat. Gleichzeitig habe die Caritas im Kampagnenzeitraum vom 15. Jänner bis 15. März 2025 konkrete Hilfe und Perspektiven aufgezeigt. Sowohl die Erstellung des Abakus-Sujets durch die Kreativagentur DDB Wien als auch der zur Verfügung gestellte Raum in diversen Print- und Online-Medien erfolgte "pro bono". "Diese Auszeichnung ist für uns als Caritas Österreich eine wichtige Bestätigung, dass wir gesellschaftlich relevante Themen sichtbar machen, Menschen erreichen und sie dazu bewegen können, solidarisch zu handeln und konkret zu helfen", so Waldherr.
Vergeben wurde der vom Verband der Österreichischen Zeitungsherausgeber (VÖZ) ausgelobte Preis für Print-Werbung im Rahmen der ADGAR-Gala am Donnerstag in Wien. Übergeben wurden die ADGAR-Statuen von Marijana Delac, Verlagsleiterin "Rupertusblatt", und Lorenz Cuturi, Geschäftsführender Gesellschafter Medienhaus Wimmer.
Jury würdigt einfühlsame Kampage
"Das aufgrund der dramatischen geopolitischen Entwicklungen höchstaktuelle Sujet führt den Betrachtenden den Alltag von Kindern in Kriegsregionen - ohne martialische oder klischeehafte Darstellung - vor Augen", hieß es in der Aussendung zur Preisvergabe, wo festgehalten wurde: "Die einfühlsame Kampagne und der Claim, der abseits der täglichen Fernsehbilder zum Nachdenken und Helfen anregt, haben die Mitglieder der Fachjury beeindruckt."
Eine Darstellung aller prämierten Werbesujets bietet die aktuelle Ausgabe des AGDAR-Magazins. Darin weist Waldherr darauf hin, dass Print-Werbung die Möglichkeit biete innezuhalten, denn: "Ein Blatt Papier zwingt nicht zum schnellen Wegwischen. Es fordert Aufmerksamkeit ein - und schenkt Würde." Man müsse keine verstörenden Bilder aus Kriegsgebieten zeigen, um zu berühren.
"Entscheidend ist nicht, wie drastisch ein Motiv ist, sondern mit welcher Haltung es erzählt wird." Kreative Print-Werbung schaffe Raum für Empathie, für Vorstellungskraft, für Verantwortung. "Sie macht Mitmenschlichkeit spürbar und Anteilnahme sichtbar, ohne Leid zu dramatisieren oder Menschen auf ihre Not zu reduzieren", so Waldherr.