Papst: Hierarchische Ordnung der Kirche ist nicht menschengemacht
25.03.202612:28
Vatikan/Papst/Kirche/Theologie/Krieg
Leo XIV. setzt bei Generalaudienz Betrachtungen zum Konzilsdokument "Lumen gentium" fort - Erneute Papst-Appelle für Frieden und Schutz des Lebens
Vatikanstadt, 25.03.2026 (KAP) Papst Leo XIV. hat den hierarchischen Aufbau der katholischen Kirche erläutert. Jesus Christus habe seine Kirche auf das Fundament der Apostel gegründet, sagte er am Mittwoch bei der Generalaudienz auf dem Petersplatz. Die hierarchische Verfassung der Kirche sei daher nicht Menschenwerk, sondern göttliche Stiftung, um den Auftrag der Verkündigung, die Christus den Aposteln anvertraut habe, bis ans Ende der Zeiten fortzuführen.
"Dies geschieht durch das hierarchische Priestertum, das sich vom gemeinsamen Priestertum der Gläubigen unterscheidet", sagte er unter Verweis auf ein Dokument des Zweiten Vatikanischen Konzils (1962-1965). Dessen Beschlüsse sind seit einigen Wochen Thema seiner Ansprachen bei den wöchentlichen Generalaudienzen.
Drei Stufen des Weihesakraments
Diese "heilige Vollmacht" entfalte sich über die drei Stufen des Weihesakraments: das Bischofsamt, das Priestertum und den Diakonat. "Mit dem Adjektiv 'hierarchisch' möchte das Konzil daher den heiligen Ursprung des apostolischen Dienstes im Wirken Jesu, des Guten Hirten, sowie seine inneren Zusammenhänge aufzeigen", sagte Leo XIV. mit Blick auf die Dogmatische Konstitution "Lumen gentium" des Zweiten Vatikanums. Kapitel 3 befasst sich mit der hierarchischen Verfassung der Kirche und insbesondere mit dem Bischofsamt. Dieses Amt, das Christus den Hirten seines Volkes anvertraut habe, sei ein "wahrer Dienst" und in erster Linie mit Aufgaben verbunden, unterstrich der Papst.
Appelle für Frieden und Schutz des Lebens
Nach seiner Katechese erinnerte Leo XIV. bei der Generalaudienz an den in Polen begangenen "Tag der Heiligkeit des Lebens" mit Initiativen zum Schutz ungeborener Kinder. "In einer Zeit, die vom Wahnsinn des Krieges geprägt ist, ist es wichtig, das Leben von der Empfängnis bis zu seinem natürlichen Ende zu verteidigen."
Bereits am Dienstagabend hatte der Papst mit Blick auf die internationale Lage einmal mehr Frieden und Dialog angemahnt. Es gelte, "für den Frieden zu arbeiten, aber nicht mit Waffen", so der Papst vor Journalisten in Castel Gandolfo. Er sei besorgt darüber, dass in der Welt der Hass zunehme, die Gewalt immer schlimmer werde und viele Tote zu verzeichnen seien. "Wir wollen für den Frieden beten", so Leo XIV. vor seiner Rückkehr nach Rom. "Ich fordere alle Verantwortlichen auf, wirklich im Dialog zu arbeiten, um die Probleme zu lösen."