Papst sucht neue Wege für Anhänger der Alten Messe in Frankreich
25.03.202616:00
Vatikan/Frankreich/Papst/Kirche
Kardinalstaatssekretär Parolin in Schreiben an französische Bischöfe: Unter Beachtung der vom Zweiten Vatikanischen Konzil gewünschten Orientierung in liturgischen Fragen "konkrete Lösungen finden, die es ermöglichen, die Menschen großzügig anzunehmen, die der Alten Messe verbunden sind"
Vatikanstadt, 25.03.2026 (KAP) Der Papst hat die katholischen Bischöfe Frankreichs aufgefordert, den Anhängern der sogenannten Alten Messe unter den Priestern und Gläubigen entgegenzukommen. Wie der französische Dienst von "Vatican News" am Mittwoch berichtet, ist die Bitte in einem Brief von Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin enthalten, der bei der derzeitigen Vollversammlung der Bischöfe in Lourdes zur Kenntnis genommen werden sollte. Die Bischöfe halten dort vom 24. bis 27. März ihre Frühjahrsvollversammlung ab.
Zum Thema der Tridentinischen Messe, also der außerordentlichen Form des Römischen Ritus, die unter Frankreichs Katholiken viele Anhänger hat, heißt es in dem Schreiben: "Dieses Thema verfolgt der Heilige Vater mit besonderer Aufmerksamkeit angesichts des Wachstums der Gemeinschaften, die der Alten Liturgie verbunden sind." Es sei "besorgniserregend, dass sich wegen der Feier der Messe, die doch das Sakrament der Einheit ist, eine schmerzhafte Wunde in der Kirche immer weiter auftut".
Wunden im Liturgiestreit heilen
Um sie zu heilen, sei ein neuer Blick aufeinander von beiden Seiten notwendig. Dieser Blick könne die "Brüder einander im Reichtum ihrer Verschiedenheit annehmen lassen, in der Liebe und in der Einheit des Glaubens". Den französischen Bischöfen wünschte er, dass sie "konkrete Lösungen finden, die es ermöglichen, die Menschen großzügig anzunehmen, die der Alten Messe verbunden sind", unter Beachtung der vom Zweiten Vatikanischen Konzil gewünschten Orientierung in liturgischen Fragen.
In dem Brief ruft Parolin die Bischöfe im Auftrag des Papstes zudem auf, die katholischen Schulen in Frankreich gegen "wachsende Anfeindungen" zu verteidigen. Es gelte, die christliche Dimension der katholischen Erziehung zu verteidigen, die ohne einen Bezug auf Jesus Christus ihre Daseinsberechtigung verlieren würde.
Ermutigung für angefeindete Priester
Ferner bestärkt der Papst die katholische Kirche in Frankreich in ihrem Kampf gegen sexuellen Missbrauch von Minderjährigen sowie in ihrem Einsatz für Entschädigungen und für Vorbeugung. Zugleich rief er die Bischöfe dazu auf, auch die schuldig gewordenen Missbrauchstäter nicht zu ignorieren. Im Übrigen sei es an der Zeit, "nach mehreren schmerzhaften Jahren die Zukunft entschlossen in den Blick zu nehmen und den schwer geprüften Priestern in Frankreich ein Wort der Ermutigung und des Vertrauens zu sagen".