"AG Globale Verantwortung": Regierungsbeschluss, sieben Millionen Euro bereitzustellen, ermöglicht mehr Vorausschau und Planbarkeit in der Humanitären Hilfe - Fonds aber grundsätzlich nicht ausreichend dotiert
Wien, 25.03.2026 (KAP) Der NGO-Dachverband "AG Globale Verantwortung" hat am Mittwoch in einer Aussendung die frühzeitige Bereitstellung von Geldern aus dem Auslandskatastrophenfonds begrüßt. Der Ministerrat hat am Dienstag beschlossen, sieben Millionen Euro aus dem AKF für Humanitäre Hilfe u. a. im Libanon, in Syrien, Jordanien, Afghanistan, Äthiopien, Mosambik und Uganda bereitzustellen. Diese Ausschüttung im ersten Quartal ermögliche mehr Vorausschau und Planbarkeit in der Humanitären Hilfe, so die AG. Ein weiterer Aspekt stehe allerdings noch aus: die substanzielle Erhöhung der Gelder in diesem und in den folgenden Jahren. Der auf 35 Millionen Euro gekürzte AKF reiche bei weitem nicht aus, um den tatsächlichen Bedarfen notleidender Menschen gerecht zu werden.
Der seit knapp einem Monat wütende Krieg im Iran und im Libanon reihe sich in eine beispiellose Anzahl gleichzeitiger Konflikte und Krisen ein, die immer länger andauern. Das seit Jahren unterfinanzierte internationale Hilfssystem könne immer weniger Schritt halten, so die AG. Die Vereinten Nationen würden davon ausgehen, dass nur etwas über die Hälfte der 250 Millionen Menschen, die derzeit auf Humanitäre Hilfe angewiesen sind, diese auch erhalten werden.
In der gegenwärtigen dramatischen Weltlage würden die Kürzungen in der Humanitären Hilfe und in der internationalen Entwicklung auch zunehmend die Handlungsfähigkeit der österreichischen Regierung beschneiden, warnte die AG. Österreichs Stärke liege zudem in partnerschaftlicher Zusammenarbeit, Vertrauen und Dialogbereitschaft, für die es sowohl in Partnerländern und Krisengebieten als auch in Österreich ein erfahrenes Gegenüber brauche, das verlässlich an der Seite der Menschen steht: die Zivilgesellschaft. ein weiteres Argument, gerade in diesem Bereich nicht zu kürzen, so die AG, sondern die österreichische Humanitäre Hilfe substanziell zu erhöhen.